Mittwoch, 7. April 2004

Nach achtwöchiger "Welt-Tournee": Shooting Star Klien ist wieder daheim

  • "Es waren aufregende und sehr positive Wochen"
  • Am meisten freute er sich über saftiges Cordon Bleu

Acht Wochen lang ist Christian Klien auf "Welt-Tournee" gewesen, jetzt ist er wieder in der Heimat. Der Formel-1-Neuling aus Vorarlberg zog nach den drei Übersee-Rennen in Australien, Malaysia und Bahrain in Wien eine zufriedene Bilanz. "Es waren aufregende und sehr positive Wochen. Ich habe versucht zu lernen und Erfahrung zu sammeln und letztlich habe ich auch gute Rennen abgeliefert", zeigte sich der 21-jährige Jaguar-Pilot mit seinem Formel-1-Einstand absolut zufrieden.

Klien ist in allen drei Rennen durchgekommen, zuletzt hatte er in Bahrain erstmals auch seinen starken Teamkollegen Mark Webber im Griff. Diese tolle Vorstellung unterstreicht nur die Rasanz des Aufstiegs und das Riesentalent von Klien, der vor einem Jahr noch in der Formel Renault gefahren ist.

"Habe gezeigt, dass ich auch fighten kann"
In den ersten zwei Saisonrennen hatte er sich noch aufs fehlerfreie Durchkommen konzentriert, bereits in Bahrain rückte er sich mit sehenswerten Zweikämpfen gegen Kimi Räikkönen und Sauber-Pilot Felipe Masse erstmals wirklich in den Blickpunkt, auch wenn am Ende "nur" Platz 14 heraus kam. Klien: "Das war auch für mich schon der nächste Schritt. Dort, wo für alle Neuland war, habe ich erstmals gezeigt, dass ich auch schnell bin und fighten kann."

Kampfansage an Webber
Klien ist zudem offenbar der erste Teamkollege, der Mark Webber Paroli bieten kann. Und das, obwohl der Australier bisher alle Teamkollegen "zerstört" hat und für nächste Saison schon mit BMW-Williams in Verbindung gebracht wird. "Ich hab halt Talent", versuchte Klien schmunzelnd einen Erklärungsversuch. Fakt ist: "Ich konnte in Bahrain erstmals richtig pushen. Mark hatte keine nennswerte Probleme, war aber trotzdem hinter mir. Das zeigt, dass ich wirklich einen Riesenschritt gemacht habe. Das heißt zwar nicht, dass ich schon besser bin als er, aber ich arbeite daran."

Endlich wieder Cordon Bleu
Viel Ruhe ist Klien nach den anstrengenden Wochen nicht gegönnt. Kaum zurück in der Heimat absolvierte er einen PR-Termin nach dem anderen, versüßt wird ihm die Zeit nur von Cordon Bleu ("Endlich wieder was Gutes zum Essen") und seinem neuen Dienstwagen, einem 400 PS starken Jaguar XKR. Klien wird diese Woche mit Karate-Ex-Weltmeister Daniel Devigili an der Kondition arbeiten, nächste Woche stehen schon wieder Formel-1-Tests in Le Castellet an.

Vorfreude auf Imola
Und danach der erste Europa-GP in Imola. Eine von Kliens Lieblingsstrecken. "Die erste, die ich wirklich kenne. Aber nur von der Formel Renault, deshalb haben die anderen Piloten sicher auch dort Vorteile. So gesehen ist es für mich wieder Neuland. Aber ich steige auf jeden Fall auf einem ganz anderen Level ein als auf Strecken, die ich nur von der Playstation kenne."

(apa/red)

7.4.2004 14:53
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