Samstag, 10. April 2004

Sensation! Andre Agassi verstärkt den Raiffeisen-Grand-Prix in St. Pölten

  • Der Topstar bereitet sich in St. Pölten auf Paris vor
  • Wildcard lockt den Routinier zum Raiffeisen-GP

Den Veranstaltern in St. Pölten ist der ganz große Wurf gelungen! Andre Agassi wird beim Raiffeisen-Grand-Prix von 16. bis 22. Mai aufschlagen. Damit hat das 375.000 Dollar-Turnier den lange gesuchten Top-Star gefunden. Zehn Jahre nach seinem Sieg in der Wiener Stadthalle kehrt Agassi wieder nach Österreich zurück.

Nach Angaben der Veranstalter waren "die fairen Bedingungen und der Wunsch, vor den French Open auf Sand zu spielen" die Hauptargumente, warum der Sieger von acht Grand-Slam-Turnieren (zuletzt Australian Open 2003) Österreich die Ehre gibt. Die letzte Partie von Agassi auf rot-weiß-rotem Boden datiert vom 23. Oktober 1994, damals besiegte der Ehemann von Steffi Graf im Finale in der Wiener Stadthalle den Deutschen Michael Stich in vier Sätzen.

Unvergessen aber vor allem das Gastspiel von Agassi mit dem US-Daviscup-Team 1990 im Wiener Stadion, wo sich die Gäste im Halbfinale der Weltgruppe hauchdünn durchsetzten. Agassi, Michael Chang und das Doppel Rick Leach/Jim Pugh bezwangen damals die österreichischen "Musketiere" Thomas Muster, Horst Skoff und Alexander Antonitsch mit 3:2.

Bereits am Karfreitag war bei Veranstalter AMI Promarketing das Fax mit dem von Agassi unterzeichneten Vertrag eingegangen. Die Vorarbeiten für diesen Coup hatten bereits im Dezember 2003 begonnen, als man beim Management von Agassi vorsichtig angefragt hatte. Mitte Februar kam dann das vermeintliche Ende des Traums, zum damaligen Zeitpunkt passte St. Pölten nicht in den Turnierplan des einstigen "Enfant terrible" und "Tennis-Piraten".

Anfang April wurden jedoch plötzlich die Kontakte zwischen dem Agassi-Management, Turnier-Organisator Hans Holzer und Pressemann Armin Holenia intensiver, die Amerikaner unterbreiteten schließlich ein laut Veranstalter "faires Angebot". Nach Rücksprache mit Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll und Titelsponsor Raiffeisen in Person von Leodegar Pruschak gab man schließlich das endgültige Okay für die Verpflichtung.

Mit dem Engagement von Agassi, der im Laufe seiner schillernden Karriere mehr als 28,5 Millionen Dollar Preisgeld erspielt und als Einziger neben Rod Laver (1969) in der Offenen Ära alle vier Grand-Slam-Turniere gewonnen hat, dürfte wohl auch ein neuer Ansturm auf die Tickets beginnen. Nun überlegt man in St. Pölten sogar Zusatztribünen rund um den Centre-Court zu installieren. Die Idee, die unmittelbar nach St. Pölten startenden French Open punkto Bälle und Sand zu "simulieren", ist auf jeden Fall einmal mehr aufgegangen. Im Vorjahr hatten die Niederösterreicher Agassis Landsmann Andy Roddick an Land gezogen.

(apa/red)

10.4.2004 14:31