Freitag, 9. April 2004

Tennis: Roddick-Rekord bringt die USA ins
Daviscup-Semifinale gegen Weißrussland

  • Roddick holte dritten Punkt gegen Björkman
  • Auch Spanien, Weißrussland & Frankreich aufgestiegen

Nach Spanien, Frankreich und Weißrussland haben auch die USA den Einzug ins Halbfinale des Tennis-Daviscup geschafft. Andy Roddick holte mit einem souveränen 7:6,6:4,6:0-Sieg gegen Schwedens Jonas Björkman den entscheidenden dritten Punkt für sein Team. Das Sensationelle daran war aber der Aufschlag-"Weltrekord": Mit unglaublichen 244,6 km/h feuerte Roddick sein Team ist Semifinal-Heimspiel gegen Weißrussland!

Mardy Fish komplettierte mit einem Dreisatzsieg über Thomas Johansson den 4:1-Sieg der Amerikaner.

"Der dritte Satz war sicher einer der besten, die ich jemals gespielt habe", meinte Roddick überglücklich und befand: "Das ist die Chance, unseren Traum ein Stück weiter zu tragen." Mit einem Ass wie aus dem Lehrbuch besiegelte der Jungstar den Viertelfinal-Erfolg über die Skandinavier, die nur durch Björkman ein Einzel gewannen.

Erstmals seit 1995 soll die Trophäe wieder nach Amerika geholt werden - es wäre der 32. Daviscup-Sieg der US-Tennisprofis. Erreicht der Rekord-Gewinner das Finale, wartet im Endspiel entweder Spanien (4:1 gegen die Niederlande) oder Frankreich (3:2 gegen die Schweiz). Weißrussland schickte die ersatzgeschwächten Argentinier mit 5:0 nach Hause. Im zweiten Halbfinale, das ebenfalls vom 24. bis 26. September ausgespielt wird, haben die Spanier das Heimrecht.

"Service-Mann" Roddick hatte auch den bisherigen Aufschlag-Rekord mit 241,4 km/h gehalten. Der glänzend aufspielende Amerikaner feierte in Florida seinen zweiten Super-Sonntag in Serie: Eine Woche zuvor hatte er das Masters-Turnier in Key Biscayne gewonnen. Für die Schweden blieb schließlich nur die Genugtuung, in der ersten Runde den Cup-Verteidiger Australien aus dem Feld geschlagen zu haben.

Ein Federer war für die Schweiz zu wenig
Weißrusslands Zwei-Mann-Team Wladimir Woltschkow und Max Mirnyi gab bei seinem "Durchmarsch" zum 5:0 in Minsk nur einen Satz ab (Woltschkow gegen Juan Monaco). Erstmals zogen sie ins Halbfinale ein, was gegen ein argentinisches Team in Bestbesetzung kaum möglich gewesen wäre. Die Gäste mussten ohne ihre verletzten Stars Guillermo Coria und David Nalbandian antreten.

Für die Schweiz war die Ein-Mann-Show ihres Superstars Roger Federer zu wenig. Der Wimbledonsieger erfüllte mit dem Gewinn seiner beiden Einzel zwar seine Pflicht, konnte die 2:3-Niederlage der Eidgenossen gegen Frankreich in Prilly aber nicht verhindern. Nicolas Escude gewann nervenstark das entscheidende Match gegen den Schweizer Michel Kratochvil. Federer konnte trotz des Abschieds "wirklich stolz sein, vor dieser Kulisse und dazu noch erstmals als Nummer eins so gut gespielt zu haben".
(apa/red)

9.4.2004 19:41