Donnerstag, 8. April 2004

Boxen: Klitschko-Brüder können als erste Weltmeister-Brüder Geschichte schreiben

  • Wladimir in Las Vegas um Titel nach WBO Version
  • Witali Ende April Los Angeles um WBC-Gürtel

Für die Box-Brüder Witali und Wladimir Klitschko wird es im April richtig ersnt. Beide steigen in WM-Fights in den Ring und haben die Chance als erstes Weltmeister- Brüderpaar in die Box-Geschichte einzugehen.

Wladimir, mit 28 Jahren der jüngere der beiden, macht in der Nacht auf Sonntag (Beginn ca. 4.30 Uhr/live ZDF) den Anfang. Im Mandalay Bay Casino der Glückspiel-Metropole Las Vegas geht es für ihn gegen US-Boy Lamon Brewster um den vakanten WM-Titel nach WBO-Version.

Für Witali, der fünf Jahre älter als sein Bruder ist, wird es dann am 24. April in Los Angeles ernst. In Kalifornien steigt er um den ebenfalls "verwaisten" WM-Gürtel des WBC in den Ring. Sein Gegner ist der Südafrikaner Corrie Sanders, der im März 2003 Wladimir Klitschko mit einem spektakulären KO-Sieg als WBO-Champ entthronte. Gelingt den Klitschkos das Box-"Double", wären sie als erste Brüder gleichzeitig Weltmeister verschiedener Weltverbände.

Brewster: "Mir kann keiner Angst einjagen"
Der Fight Wladimir K. - Brewster in Nevada verspricht interessant zu werden. Auf der einen Seite der in Hamburg lebende 110 kg schwere und zwei Meter große Hüne, in der anderen Ecke der fünf Kilogramm leichtere und 14 Zentimeter kleinere 30-Jährige. "Ich habe in den Ghettos von Indianapolis so viel Elend miterlebt, dass mir kein Gigant Angst einjagen kann", sagt der "Hausherr" respektlos.

Brewster, der wie Klitschko nur zwei Profikämpfe verloren, deren 29 aber als Sieger (davon 26 vor der Zeit!) beendet hat, wollte ursprünglich eigentlich Kung-Fu-Kämpfer werden, doch seine Mutter schickte den damals Siebenjährigen in den Box-Gym. Mit asiatischen Kampfsportarten ist er aber dennoch verbunden geblieben. Ebenso praktiziert der gottesfürchtige US-Profi Yoga.

Ob der Kampf wirklich das hält, was er verspricht, drüber gehen die Meinungen auseinander. Es deutet einiges darauf, dass es eine einseitige Sache für Wladimir, den Olympiasieger von 1996, wird. In einem Punkt sind die Experten aber einige: Es war in der Königsklasse noch nie so einfach wie jetzt, den WM-Gürtel umzuschnallen. Nach dem Rücktritt des Briten Lennox Lewis fehlt es an zukräftigen Namen.

Im Kreis einer Hand voll von Anwärtern erkämpften sich in den vergangenen Monaten vor allem die Klitschkos Anerkennung in der Szene und Respekt in den amerikanischen Medien. In den nächsten zwei Wochen soll der jüngste Siegeszug der Brüder in den zwei WM-Würden für die Ukrainer gipfeln.
(apa/red)

8.4.2004 12:24