EU-Erweiterung: Arbeitsmarkt als große Herausforderung!
- Arbeitslosenquote in EU-25 mit 9% um 1% höher
- Jugendarbeitslosigkeit größtes Problem
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Der Arbeitsmarkt wird eine der größten Herausforderungen nach der Erweiterung der EU. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in den künftig 25 EU-Ländern wird mit 9 Prozent um 1 Prozentpunkt über dem durchschnittlich Wert der EU-15 liegen. Besonders problematisch ist die Jugendarbeitslosigkeit.
Mussten die alten EU-Staaten bereits mit einer Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen unter 25 Jahren von 15,4 Prozent kämpfen, so wird dieser Wert mit dem Beitritt auf 17,8 Prozent ansteigen, geht aus den Eurostat-Daten für Jänner 2004 hervor. Im Vergleich dazu betrug die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich im Jänner 7,3 Prozent.
Die durchschnittliche Arbeitslosenrate der 10 Beitrittsländer betrug im Jänner d.J. 14,2 Prozent und war damit fast doppelt so hoch wie der vergleichbare Wert der alten EU-Länder mit 8,0 Prozent. Die größte Arbeitslosigkeit in den Beitrittsländern gibt es in Polen mit 19,1 Prozent. In dem künftig sechstgrößten EU-Land hat die Jugendarbeitslosigkeit im Jänner den traurigen Rekordwert von 40,7 Prozent erreicht. Damit hat derzeit fast jeder zweite polnische Jugendliche unter 25 Jahren keinen Job. Das Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) erwartet für heuer in Polen eine Arbeitslosigkeit von 20 Prozent, die 2005 auf 19 Prozent sinken wird.
Mit zweistelligen Arbeitslosenraten kämpfen unter den Erweiterungsländern weiters die Slowakei mit 16,6 Prozent und einer Jugendarbeitslosenquote von 30,5 Prozent, Litauen mit 11,7 Prozent und 25,0 Prozent Jugendarbeitslosigkeit und Lettland mit einer Rate von 10,5 Prozent beziehungsweise 17,0 Prozent bei den Jugendlichen.
Die Arbeitslosenraten in den benachbarten östlichen Beitrittsländern Österreichs liegen deutlich über dem heimischen Schnitt von 4,5 Prozent. Am günstigsten zeigt sich der Arbeitsmarkt in Ungarn mit einer Quote von 5,9 Prozent beziehungsweise 12,8 Prozent bei den Jugendlichen im Jänner d.J. Das WIIW prognostiziert für heuer und für 2005 für Ungarn eine Arbeitslosenrate von jeweils 6 Prozent.
In Slowenien beträgt die Arbeitslosenquote derzeit 6,4 Prozent bei 15,8 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Laut WIIW-Prognose wird die Arbeitslosigkeit in dem südöstlichen Nachbarland Österreichs auf 6,3 im Gesamtjahr 2004 beziehungsweise 6 Prozent 2005 sinken. Fast doppelt so hoch wie in Österreich war mit 8 Prozent die Arbeitslosenrate im Jänner 2004 in der Tschechischen Republik. Für das Gesamtjahr 2004 geht das WIIW von 8,2 Prozent und für das kommende Jahr von einem Rückgang auf 8 Prozent aus.
Trotz der hohen Arbeitslosigkeit in den Beitrittsländern erwartet das WIIW keine negativen Auswirkungen auf den westeuropäischen Arbeitsmarkt. Die Mobilität in den Beitrittsländern sei laut WIIW-Studie allgemein sehr gering. Zusätzlich gibt es so wie in Österreich in den meisten anderen EU-Ländern Übergangsregelungen, die den Zustrom osteuropäischer Arbeitnehmer in den nächsten Jahren beschränken. Mittel- und langfristig könne man sogar davon ausgehen, dass auch die künftigen EU-Länder wie die alten Länder mit niedrigen Geburtenraten und damit mit einem Arbeitskräftemangel zu kämpfen haben werden. (apa)
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