Sonntag, 11. April 2004

U-Kommission: Terroranschläge des 11. September 2001 verhinderbar

  • Kerrey weist Sicherheitsberaterin Rice Schuld zu
  • Verantwortung laste auf Demokraten & Repbulikanern

Die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington hätten nach Meinung des Mitglieds der unabhängigen US-Untersuchungskommission, Bob Kerrey, verhindert werden können. Dazu hätten die zuständigen Strafverfolgungsbehörden vorhandene Ermittlungsansätze im Vorfeld der Anschläge vernetzen müssen, schrieb der frühere demokratische Senator des US-Staates Nebraska in der "New York Times".

So habe die nationale Sicherheitsberaterin Rice es im Juli 2001 versäumt, nach einem konkreten Hinweis ihres damaligen Anti-Terror- Beraters Richard Clarke die Vernetzung der US-Bundesbehörden voranzutreiben. Etwa zur gleichen Zeit habe ein FBI-Agent angeregt, eine Untersuchung über verdächtige Aktivitäten von El-Kaida- Mitgliedern in Flugschulen zu beginnen, schrieb Kerrey weiter.

Rice habe diese Information nicht erhalten. Dafür mache er sie zwar nicht verantwortlich, aber niemand in der US-Regierung habe nach den Vorschlägen Clarkes ernsthaft an deren Umsetzung gearbeitet. Er habe in seinen Ermittlungen keinen Hinweis darauf gesehen, dass die US-Bundesbehörden unmissverständlich angewiesen worden seien, dem Präsidenten über ihre in den USA gegen El Kaida gerichteten Aktivitäten zu berichten.

Kerrey fügte hinzu, die Verantwortung dafür, dass die Terroranschläge nicht verhindert wurden, laste zu gleichen Teilen auf Republikanern und Demokraten in allen Bereichen der Regierung. Dem 11. September 2001 vorangegangen seien verpasste Chancen des früheren Präsidenten Clinton zur Festnahme oder Tötung von El-Kaida- Anführern, Informationen an Rice und Präsident Bush über El Kaida in den USA sowie das Memo an Bush vom August 2001, in dem von "70 laufenden Ermittlungen" des FBI gegen El Kaida und den Vorbereitungen von Flugzeugentführungen die Rede gewesen sei. (apa/red)

11.4.2004 19:57