Sonntag, 11. April 2004

Anschlag vom 11.September: Schon im Oktober 2000 wurde Spur übersehen

  • Verpasste Gelegenheit nach Anschlag auf "USS Cole"
  • Attentäter wegen Kommunikationsfehlern nicht gestoppt

Bei Ermittlungen zum Anschlag auf den Zerstörer "USS Cole" im Oktober 2000 vor der Küste Jemens sind amerikanische Beamte nach einem Zeitungsbericht nahe daran gewesen, den Terrorplan vom 11. September aufzudecken. Wie die "New York Times" am Sonntag schrieb, haben Ermittler jetzt erstmals in Interviews über die verpasste Gelegenheit berichtet.

Weder der Geheimdienst CIA noch die Bundeskriminalpolizei FBI habe damals die Bedeutung der beiden späteren Flugzeugentführer vom 11. September, Khalid el Mihair und Nawak Alkhasmi, richtig eingeschätzt. Die CIA habe die Beiden zwar bereits im Jahr 2000 ins Visier genommen, sie seien aber erst im August 2001 auf die Liste der Personen gesetzt worden, denen die Einreise in die USA verboten ist. Damals hätten sie sich jedoch bereits im Land befunden.

Grund dafür, dass die Terroristen nicht rechtzeitig abgefangen wurden, seien Kommunikationsfehler zwischen dem FBI und der CIA gewesen sowie gesetzliche Regelungen, die die Weitergabe von geheimdienstlichen Erkenntnissen an das FBI untersagen.

Die Ermittler seien fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die beiden Verdächtigen nur hinter dem Anschlag auf die "USS Cole" im Hafen von Aden gesteckt hätten, bei dem 17 amerikanische Seeleute ums Leben kamen. Ihre Rolle im Blutbad vom 11. September sei dagegen erst nach dem Anschlag klar geworden. (apa/red)

11.4.2004 09:54