Keine Kämpfe in Falluja: US-Armee und Aufständische einig über Waffenruhe
- Weiter Chaos in Bagdad: US-Helikopter abgeschossen
- Katar-Fernsehsender zeigt Video von toten US-Bürgern
Nach einer Woche heftiger Kämpfe haben sich Unterhändler der US-Armee und irakischer Rebellen in der Stadt Falluja auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die auf zwölf Stunden befristete Waffenruhe begann heute um 8.00 Uhr MESZ. Japan gab bekannt, die drei im Irak entführten Japaner seien wohlauf und sollen noch heute freigelassen werden. In Bagdad hingegen hat es am frühen Sonntagmorgen wieder mehrere Explosionen gegeben. Außerdem ist westlich der irakischen Hauptstadt am Sonntag ein US-Militärhubschrauber nach Schüssen abgestürzt.
Wie ein Sprecher der US-geführten Truppen mitteilte, handelte es sich um einen Helikopter vom Typ Apache AH-64, die meist mit zwei Soldaten besetzt sind. Der Absturz habe sich um 11.05 Uhr Ortszeit (09.05 Uhr MESZ) nach "feindlichem Beschuss vom Boden" ereignet. Über das Schicksal der Crew war zunächst nichts bekannt.
Der arabische TV-Nachrichtensender Al Jazeera berichtete von sieben Detonationen in Bagdad. In der Nähe des Hauptsitzes der US-Zivilverwaltung in der stark geschützten "Grüne Zone" war Rauch zu sehen. Das US-Militär erklärte, es verfüge zunächst über keine Informationen.
In der Vergangenheit wurde die "Grüne Zone" - ein von hohen Mauern und Wachtürmen geschütztes, mehrere Quadratkilometer großes Areal am Westufer des Tigris - von Aufständischen öfter mit Granaten beschossen.
Gefechte vor Beginn der Waffenruhe
In Falluja gab es auch am Sonntag in der Früh Gefechte, kurz vor der von US-Truppen und Aufständischen vereinbarten Waffenruhe. US-Soldaten feuerten Granaten, während Explosionen und Gewehrfeuer zu hören waren, wie Augenzeugen berichteten. Die für 8.00 Uhr MESZ (10.00 Uhr Ortszeit) angekündigte Waffenruhe ist zunächst auf zwölf Stunden befristet. Sie soll einen schrittweisen Abzug der US-Soldaten aus der Stadt ermöglichen.
Die drei von Aufständischen im Irak entführten Japaner befinden sich indes in Sicherheit, wie der japanische TV-Sender TBS am Sonntag berichtete. Ob die drei Männer frei gelassen worden sind, war allerdings noch unklar, berichtete der Sender unter Berufung auf japanische Regierungskreise. Zuvor hatte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo gemeldet, die drei Japaner sollten am Sonntag gegen
05.00 Uhr MESZ frei gelassen werden. Kyodo berichtete dabei ebenfalls unter Berufung auf japanische Regierungskreise.
Video von toten US-Bürgern?
Der katarische Nachrichtensender Al Jazeera hat am Sonntag ein Video ausgestrahlt, auf dem die Leichen von angeblichen US-Bürgern umgeben von Irakern zu sehen sind. Nach Angaben des Senders heißt es im Video, bei den Toten in Zivil handle es sich um "Offiziere der in Irak operierenden amerikanischen Geheimdienste". Sie seien von irakischen Aufständischen in Falluja getötet worden. Die blutverschmierten Leichen liegen umgeben von einer Gruppe Iraker am Rand einer Straße. Auch ein ausgebranntes Auto ist auf dem Video zu sehen, in dem die Männer unterwegs gewesen sein sollen.
Al Jazeera macht keine Angaben zum Ort oder zum Zeitpunkt der Aufnahme. Im Kommentar wird jedoch angegeben, die beiden Männer seien während der Kämpfe zwischen Aufständischen und Truppen der US-geführten Koalition im Irak getötet worden. (apa/red)
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