Samstag, 10. April 2004

Nach Erdrutschen in Peru: 500 Touristen wurden bereits ausgeflogen

  • Einheimische verschüttet und getötet
  • Einzige Bahnlinie weiterhin durch Geröll blockiert

Nach den Erdrutschen in der Nähe der historischen Inkastadt Machu Picchu in den peruanischen Anden sind bislang 500 Urlauber per Hubschrauber aus der eingeschlossenen Stadt ausgeflogen worden. Die Touristen seien über die Luftbrücke in die Region Ollantaytambo gebracht worden und von dort aus mit Autobussen weiter in die Stadt Cuzco gereist, teilte der peruanische Zivilschutz am Sonntag mit. Insgesamt waren seit Samstag 1500 Urlauber in Machu Picchu eingeschlossen gewesen, nachdem eine Lawine aus Schlamm und Geröll die Eisenbahnverbindung unterbrochen hatte.

Nach Angaben des Zivilschutzes wurde durch die zwei Erdrutsche infolge heftiger Regenfälle ein Mensch getötet, zehn weitere würden noch vermisst. Am Samstag hatte ein örtlicher Beamter von mindestens sechs Toten gesprochen.

Die Bahnlinie zwischen Cusco und Machu Picchu und damit der einzige Weg in die Ruinenstadt war weiterhin durch Geröll blockiert. Ansonsten führt nur einen beschwerlicher Wanderweg in die Ruinenstadt.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten sich etwa 1.500 Touristen in der Ruinenstadt aufgehalten. Keiner der Urlauber sei zu Schaden gekommen, hieß es. Perus Präsident Alejandro Toledo, der sich zur Zeit des Unglücks in der Gegend aufhielt, leitete die Rettungsaktion für einige einheimische Verletzte und stellte seinen Hubschrauber für Hilfsflüge zur Verfügung.

Hochwasser in dem Fluss Alcamayo und heftige Regenfälle hatten die Geröll- und Schlammlawinen ausgelöst. Dabei seien zahlreiche Häuser in Aguas Calientes zerstört worden. Machu Picchu ist die wichtigste Touristenattraktion Perus und wird jährlich von zehntausenden Urlaubern aus aller Welt besucht. (apa)

10.4.2004 19:43