Samstag, 10. April 2004

US-Armee ruft erneut Waffenstillstand aus: Kampfhandlungen in Falluja gestoppt

  • Unterdessen heftige Kämpfe in Bagdad mit 40 Toten
  • Powell gibt zu: US-Truppen sind in Bedrängnis

Die US-geführte Koalition in Bagdad hat eine Waffenruhe für die umkämpfte Widerstandshochburg Falluja ausgerufen. Laut US-Brigadegeneral Mark Kimmitt gelte diese seit Samstag 12.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ). Zuvor hatte der von den USA eingesetzte irakische Regierungsrat einen sofortigen Waffenstillstand gefordert. Bei Gefechten zwischen Aufständischen und US-Besatzungstruppen bei Bakuba nördlich von Bagdad sind in der Nacht auf Samstag mindestens 40 Iraker getötet worden, wie ein Militärsprecher mitteilte.

Zu den blutigen Zusammenstößen bei Bakuba sei es gekommen, nachdem Widerstandskämpfer Soldaten und irakische Sicherheitskräfte angegriffen hätten, berichtete Militärsprecher Issam Bornales. Mehrere amerikanische Soldaten seien verletzt worden.

Kampfhandlungen in Falluja gestoppt
"Die Koalitionskräfte sind bereit, eine Waffenruhe mit den feindlichen Elementen in Falluja von Mittag an zu beachten", sagte Kimmitt auf einer Pressekonferenz. "Wenn die Waffenruhe hält, können Verhandlungen zur Einsetzung einer legitimen irakischen Verwaltung beginnen." Kimmitt stellte damit die Stationierung irakischer Sicherheitskräfte in Falluja in Aussicht.

Die angekündigte Waffenruhe soll nach US-Angaben die Aufnahme von Verhandlungen zwischen dem Regierungsrat und den Aufständischen ermöglichen.

Powell sieht US-Armee in Bedrängnis
US-Außenminister Colin Powell schließt im Irak eine taktische Verbindung zwischen schiitischen und sunnitischen Rebellen nicht aus, sieht aber keine Hinweise für eine Allianz. Nur eine Minderheit stehe in Kampfhandlungen mit den US-Truppen.

Powell räumte aber ein, dass die Aufständischen im Irak die US-Armee in Bedrängnis gebracht haben. "Die Woche war heftig, darüber müssen wir uns im Klaren sein", sagte der Minister. Der Minister zeigte sich zuversichtlich, dass die US-Armee die Rebellen in die Schranken weisen könne: "Wir werden sie besiegen. Ich gehe immer noch davon aus, dass die Mehrheit der Iraker auf unserer Seite ist." (apa/red)

10.4.2004 09:10