Kidnapping im Irak: Koreanische Geiseln wurden von Aufständischen freigelassen!
- Geiselnahme sollte einen Truppenabzug erzwingen
- Drohung: "Drei Tage Zeit, dann sterben die Geiseln!"

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Unbekannte Entführer haben im Irak mehrere Ausländer als Geiseln genommen. Neben drei japanischen und einem britischen Zivilisten sind nach Medienberichten auch sieben Südkoreaner betroffen. Die Südkoreaner sind aber bereits wieder freigelassen worden. Dies berichtete der südkoreanische Sender SBS. Unterdessen hat eine radikale Gruppe einen arabischen Israeli und einen Palästinenser entführt.
Die Freigelassenen seien wohlauf, berichtete der Sender YTN TV. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor. Südkoreas Regierung hatte zuvor erklärt, eine irakische Gruppe halte sieben südkoreanische Kirchenvertreter fest. Forderungen waren nicht bekannt geworden.
Der arabische Nachrichtensender Al Jazeera hatte zuvor ein Video ausgestrahlt, auf dem bewaffnete und vermummte Geiselnehmer mit drei japanischen Zivilisten - einer Frau und zwei Männern - zu sehen sind. Die Gruppe, die sich "Irakische Mudschahedin-Brigaden" nennt, droht, die Geiseln zu töten, sollten die japanischen Soldaten das Land nicht innerhalb von drei Tagen verlassen. "Drei Eurer Kinder sind in unsere Hände gefallen und Ihr habt die Wahl: Ihr zieht Eure Truppen zurück oder wir verbrennen sie lebendig." Die japanische Regierung berief am Donnerstag eine Krisensitzung in Tokio ein. In einer ersten Reaktion der japanischen Regierung hieß es, Japan werde seine Truppen nicht abziehen.
Wenig später meldete der Sender unter Berufung auf einen Sprecher der amerikanisch-geführten Besatzungstruppen, unbekannte Entführer hätten in der südirakischen Stadt Nassiriya auch einen britischen Zivilisten in ihre Gewalt gebracht.
Weitere Entführungen
Eine radikale Gruppe hat im Irak einen arabischen Israeli und einen Palästinenser aus Ost-Jerusalem entführt. Das israelische Fernsehen strahlte Bilder des iranischen TV-Senders El Alam aus, auf denen die beiden Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation mit ihren Entführern zu sehen waren. Die Entführer gehören den Angaben zufolge einer Gruppe namens "Ansar el Din" an und fordern die Freilassung aller von der US-geführten Koalition festgehaltenen Iraker. Nur dann würden sie ihre Geiseln unversehrt auf freien Fuß setzen.
Die Schwester eines der Entführten sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe ihren Bruder auf den Bildern wiedererkannt. Er sei Palästinenser, habe aber vor einigen Jahren die israelische Staatsbürgerschaft angenommen. Seit drei Monaten sei er als humanitärer Helfer im Irak tätig. (apa/red)
