Mittwoch, 7. April 2004

Wendung: Gericht lässt mutmaßlichen Terrorhelfer Motassadeq frei

  • Hamburger Gericht bestätigt Freilassung unter Auflagen
  • Hinreichender Tatverdacht statt Beihilfe zum Mord

Der mutmaßliche marokkanische Terrorhelfer Mounir el Motassadeq kommt nach mehr als zwei Jahren unter Auflagen aus der Untersuchungshaft frei. Das entschied das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) in Hamburg nach Angaben einer Sprecherin. Motassadeq war ursprünglich wegen Beihilfe zu den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Vor einem Monat hob der deutsche Bundesgerichtshof das Urteil auf und ordnete einen neuen Prozess an.

Die Sprecherin des OLG, Sabine Westphalen bestätigte auf Anfrage die Freilassung. Außerdem sei der Haftbefehl abgeändert worden: Das Gericht gehe nun nicht mehr vom dringenden Tatverdacht der Beihilfe zum Mord aus, sondern nur noch von einem hinreichenden Tatverdacht. Bezüglich des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bleibe es beim dringenden Tatverdacht, sagte sie.

Nach Angaben des Büros von Rechtsanwalt Gerhard Strate verhängte das OLG mehrere Auflagen. So dürfe sich Motassadeq keinen neuen Pass ausstellen lassen, er müsse in die gemeinsame Wohnung mit der Ehefrau ziehen und dürfe das Hamburger Stadtgebiet nicht verlassen. (apa/red)

7.4.2004 12:30