Mittwoch, 7. April 2004

Falluja: US-Armee tötet 40 Aufständische bei heftigem Kampf um Moschee

  • Kämpfe weiten sich schon auf das ganze Land aus
  • Bis zu 12 US-Marines bei Angriffen getötet!

Die US-Armee hat am Mittwoch eine Moschee in der irakischen Stadt Falluja bombardiert und bis zu 40 Aufständische getötet. Das teilte ein US-Militärsprecher mit. Die Moschee, in der sich die Aufständischen verschanzt hatten, war seit dem Morgen heftig umkämpft. Ein Jahr nach dem Einmarsch der US-Truppen in Bagdad weiten sich Widerstandskämpfe wie ein Flächenbrand rasend schnell auf das ganze Land aus. Im sunnitischen Westirak sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.

Polnische Soldaten haben nach Angaben der irakischen Polizei bei einem Gefecht in der Stadt Kerbala den Chef von Muktada al Sadrs dortigen Büro erschossen. Sadr selbst hat sich mit zahlreichen Kämpfern in der Stadt Najaf verschanzt. Er hat angekündigt, die schiitischen Rebellen würden ihren Kampf gegen die Besatzungstruppen so lange fortsetzen, bis diese das Land verlassen. Der 30-jährige gilt neben dem gemäßigteren Geistlichen Ayatollah Ali Sistani als führender Vertreter der schiitischen Bevölkerungsmehrheit.

Bei Gefechten zwischen Aufständischen und US-Truppen in Falluja sind bereits in der Nacht auf Mittwoch 60 Iraker getötet worden. Wie Krankenhäuser mitteilten, seien zudem mehr als 130 Menschen verwundet worden. 26 der Opfer, darunter 16 Kinder und mehrere Frauen, kamen bereits am Dienstagabend ums Leben. In Moscheen in Falluja wurde zum "Heiligen Krieg" aufgerufen.

Nach den Worten von Verteidigungsminister Rumsfeld plant die US- Regierung nicht, die Truppenstärke im Irak von derzeit rund 135.000 Mann umgehend zu erhöhen. Entscheidend sei, was die Führung der US- Streitkräfte vor Ort für erforderlich halte, sagte Rumsfeld nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Scheffer auf dem US- Marinestützpunkt in Norfolk.

7.4.2004 07:58