ABC: El Kaida droht Spanien mit neuem Terror. Fax ging an Tageszeitung.
- Forderung: Abzug von spanischen Truppen aus Irak
- "Sind in der Lage, Euch jeder Zeit anzugreifen!"

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Das Terrornetzwerk El Kaida soll nach einem von den Sicherheitsbehörden als relativ glaubwürdig eingestuften Schreiben Spanien mit neuen Anschlägen gedroht haben. Laut der handschriftlichen Botschaft, die der Zeitung "ABC" (Madrid) per Fax zuging, war bereits am Sonntag ein Ultimatum zum Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak und aus Afghanistan abgelaufen. Sollte diese Forderung nicht erfüllt werden, werde Spanien "der Krieg erklärt und das Land in ein Inferno verwandelt", hieß es nach dem "ABC"-Bericht vom Montag in dem Fax.
Die Erklärung sei von der zu El Kaida gerechneten Gruppe "Abu Najaf al Afghani" unterzeichnet worden, die sich bereits in einem Video zu den Anschlägen des 11. März mit 191 Toten in Madrid bekannt hatte. Die Polizei und der Geheimdienst stuften das in arabischer Sprache verfasste Schreiben als relativ glaubwürdig ein, schrieb "ABC". Die Echtheit müsse aber noch geprüft werden.
In der Botschaft bekennt sich die Gruppe auch zu dem verhinderten Bombenanschlag auf die Bahnstrecke zwischen Madrid und Sevilla am vergangenen Freitag. Dies sei nur eine Warnung gewesen, um die Schlagkraft zu demonstrieren: "Wir sind in der Lage, Euch jeder Zeit und in jeder Form anzugreifen".
Terroristen fordern sofortigen Truppen-Abzug aus dem Irak
Weiters nehmen die Autoren das vierwöchige Ultimatum für den spanischen Truppenabzug aus dem Irak wieder zurück und fordern den sofortigen Stopp der spanischen Untertützung für "die Feinde der moslemischen Gemeinschaft".
Sollten die Forderungen unerfüllt bleiben, werde die Gruppe der spanischen Regierung "den Krieg erklären und Ihr Land in eine Hölle verwandeln, in dem das Blut in Strömen fließt", heißt es in dem Schreiben weiter. Der Brief bezieht sich auf die Entscheidung Spaniens, mit dem Routineaustausch seiner Truppen im Irak wie geplant fortzufahren, ungeachtet der Ankündigung des designierten Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero, die Truppen zurückzuholen, sollten sie bis Auslaufen ihres Mandats am 30. Juni nicht der UNO unterstellt werden.
U-Bahn wird von der Polizei überwacht
Nach den neuen Drohungen sind die Sicherheitsmaßnahmen in Spanien weiter verschärft worden. Erstmals wird die Madrider U-Bahn nun von der Polizei bewacht, teilte Bürgermeister Alberto Ruiz Gallardon am Montag mit. Sonst waren allein private Wachleute dafür zuständig. Zudem sei es bis auf weiteres nicht mehr möglich, an der Station Nuevos Ministerios das Gepäck für Flüge ab dem Madrider Flughafen aufzugeben. Die Maßnahmen seien bereits vor Bekanntwerden des Schreibens eingeleitet worden, hieß es.
Der Geheimdienst hat unterdessen Parallelen zwischen dem bei der Zeitung "ABC" eingegangenen Drohbrief und dem Video festgestellt, in dem El Kaida sich zu den Anschlägen des 11. März bekannt hatte. Beide Botschaften seien möglicherweise von demselben Autor verfasst worden, hieß es. Unterzeichnet war das Schreiben von einem Sprecher der Gruppe, die sich bereits zu den Anschlägen von Madrid bekannt hatte. Der Verfasser setzte der Regierung ein Ultimatum bis Sonntag, 4. April. Wenn die Forderungen nach einem Truppenabzug nicht erfüllt würden, "werden wir euch den Krieg erklären". Weiter hieß es: "Wir werden euer Land in ein Inferno verwandeln, und euer Blut wird in Strömen fließen."
Das Schreiben sei am Samstag gegen 18.00 Uhr eingegangen, als gerade die Polizeirazzia im Gange war, bei der sich drei Stunden später fünf mutmaßliche Attentäter des 11. März selbst in die Luft gesprengt hatten. Nach dem Selbstmord der mutmaßlichen Attentäter von Madrid haben sich die Ermittlungen in Spanien am Montag auf weitere Komplizen und mögliche Spuren ins Ausland konzentriert.
(apa/red)
