US-Luftfahrtbranche: Besorgt wegen Fingerabdruck-Regelung
- Staus auf Flughäfen und Ausbleiben von Besuchern befürchtet
- "Die Reaktion könnte ziemlich negativ ausfallen, insbesondere in Ländern wie Frankreich"

Nach der überraschenden Ankündigung des US-Heimatschutzministeriums, auch von den Einreisenden ohne Visumspflicht aus 27 mit den USA befreundeten Ländern ab Herbst Fingerabdrücke abzunehmen und Fotos zu machen, zeigen sich Vertreter der US-Luftfahrtbranche besorgt. Der eigentliche Test werde die Reaktion der Betroffenen sein, erläuterte David O'Connor, US-Direktor der International Air Transport Association.
Neben dem Ausbleiben von Besuchern wegen der Fingerabdruckpflicht wird auch eine Belastung aller Reisenden auf Flughäfen durch Verzögerungen und lange Warteschlangen bei ankommenden Flugzeugen befürchtet, die sich auf den gesamten Flugbetrieb auswirken könnte. Die Angaben des Heimatschutzministeriums, dass die Abgabe der Fingerabdrücke und ein Porträtfoto durch den Grenzbeamten nur 15 Sekunden dauere, wird von Todd Hauptli, Vizepräsident der American Association of Airport Executives bezweifelt. "Ich kann nicht ganz glauben dass dies die durchschnittlich aufgewandte Zeit ist", so Hauptli. "Ich halte das für optimistisch".
Die USA haben am Freitag angekündigt, ab 30. September von österreichischen und anderen bisher von der Visumpflicht befreiten Besuchern Fingerabdrücke zu nehmen und Fotos zu machen. Jährlich reisen aus den betroffenen 27 Ländern rund 13 Millionen Besucher, Touristen und Geschäftsreisende, für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen visumsfrei in die USA. Ihre Daten werden künftig mit Datenbanken über mutmaßliche Terroristen und Kriminelle abgeglichen.
Seit Jänner 2004 müssen bereits alle Einreisenden mit Visum, darunter auch etwa österreichische Studenten und Journalisten, an der US-Grenze Fingerabdrücke abgeben und werden fotografiert. Laut dem Heimatschutzministerium wurden seit der Einführung des Programms US-VISIT rund 200 Personen entdeckt, die einer Verletzung der Einreisebestimmungen oder des Strafgesetzes beschuldigt wurden, darunter verurteilte Vergewaltiger und Drogenhändler sowie Kreditkartenbetrüger.
(apa, red)
