Montag, 5. April 2004

Terror-Razzia: 15 Verdächtige wurden in Paris festgenommen

  • Spanische Polizei fahndet noch nach drei weiteren Islamisten wegen Madrid-Terror

Die französischen Behörden haben am Montag früh bei einer Razzia gegen Terrorverdächtige im Großraum Paris 15 Menschen festgenommen. Die mutmaßlichen Islamisten würden der Beteiligung an den Anschlägen in der marokkanischen Stadt Casablanca mit 45 Toten im Mai vergangenen Jahres verdächtigt, teilte das Pariser Innenministerium mit. Beamte der Spionageabwehr DST stürmten demnach gemeinsam mit Spezialeinheiten der Polizei in den Pariser Vororten Aulnay-sous-Bois und Mantes-la-Jolie mehrere Wohnungen.

Laut Innenministerium richtete sich die Aktion ursprünglich gegen acht Terrorverdächtige. Ziel seien so genannte "Schläferzellen" mutmaßlicher Islamisten gewesen.

Die spanische Polizei sucht nach der weitgehenden Aufklärung der Anschläge vom 11. März jetzt noch drei weitere Terrorverdächtige. Die Islamisten im Alter zwischen 23 und 36 Jahren sind nach spanischen Medienberichten namentlich bekannt. Auch sie sollen in die Attentate auf die Pendlerzüge am 11. März mit 191 Toten verwickelt gewesen sein.

Am Samstag war der Polizei die Zerschlagung der Terrorzelle in einem Madrider Vorort und damit offensichtlich die Verhinderung neuer Anschläge gelungen. Bei der Razzia kamen der als Drahtzieher der Anschläge geltende Tunesier Serhane Ben Abdelmajid Farkhet (35) und vier weitere gesuchte islamische Terroristen ums Leben. Auch ein Polizist starb bei dem Einsatz.

Nach Worten von Innenminister Angel Acebes wurden in der Wohnung im Madrider Vorort Leganés einsatzbereite Bomben mit rund zehn Kilogramm Dynamit, ein Sprengstoffgürtel und 200 Zünder entdeckt. "Sie wollten weiter morden", sagte der Minister. (apa/red)

5.4.2004 08:54