Freitag, 9. April 2004

Kriminalität weiter angestiegen: Um 9,7 Prozent mehr Straftaten in Österreich!

  • Vor allem NÖ leidet unter zunehmenden Delikten
  • Aufklärungsrate hat sich aber etwas verbessert

Die Straftaten in Österreich steigen weiter: Wurden vom Jänner bis März des vergangenen Jahres 150.461 Fälle zur Anzeige gebracht, so waren es im heurigen Vergleichszeitraum 165.101 (plus 9,7 Prozent). Die Aufklärungsquote der Polizei hat sich um 1,53 Prozent auf 39,46 verbessert, so eine Aussendung des Innenministeriums. In geklärten Delikten ist die Bilanz noch positiver: Von Jänner bis März wurden 65.155 Straftaten aufgelöst, das entspricht einem plus von 14,2 Prozent.

Besonders in Niederösterreich sind die zunehmenden Delikten stark spürbar. Plus 22,2 Prozent an angezeigten Straftaten musste das Bundesland verzeichnen. "Wir leiden noch immer an der Ostkriminalität", so Major Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt. Ebenfalls weiter stark gestiegen sind die Zahlen in Oberösterreich (12,0 Prozent), Vorarlberg (17,3 Prozent) und Wien (11,2 Prozent).

Die Polizei sieht sich bei ihrer Strategie gegen die steigende Kriminalität aber bestätigt, was sich besonders bei dem Anstieg an geklärten Fälle (in Wien und im Burgenland rund 30 Prozent) - trotz mehr Delikte - widerspiegelt. "Wir gehen gezielter und intelligenter vor", meinte Lang. Auch die Aufklärungsquote nehme kontinuierlich zu.

Innenminister Ernst Strasser (V) wollte zwar nicht "von einer endgültigen Trendwende sprechen", doch bestärke ihn "diese positive Tendenz bei der Klärung von Straftaten auch die heuer erstmals zwischen dem Bundeskriminalamt und den Sicherheitsbehörden in den Ländern entwickelten Kriminalstrategien fortzuführen bzw. zu intensivieren". Deshalb will der Innenminister in den kommenden Wochen alle Bundesländer besuchen, um die jeweiligen Strategien gemeinsam mit den Verantwortlichen an Ort und Stelle zu evaluieren. Einen Grund für die bessere Aufklärungsquote ortet der Ressortchef im Sicherheitsmonitor, mit dem österreichweit zusammenhängende Kriminalfälle erkannt und geklärt werden können.

Bekannt gewordene FälleJän-März 2003Jän-März 2004Veränd. in %
Burgenland2.5172.83112,5%
Kärnten7.2447.2740,4%
Niederösterreich18.39322.48322,2%
Oberösterreich17.38819.47712,0%
Salzburg11.07811.1000,2%
Steiermark15.52215.9062,5%
Tirol15.71216.0982,5%
Vorarlberg5.4016.33817,3%
Wien57.20663.59411,2%
ÖSTERREICH GESAMT150.461165.1019,7%

Geklärte FälleJän-März 2003Jän-März 2004Veränd. in %
Burgenland1.2131.57529,8%
Kärnten3.6913.507-5,0%
Niederösterreich8.82610.52519,2%
Oberösterreich9.1559.9068,2%
Salzburg3.6773.653-0,7%
Steiermark7.3887.5542,2%
Tirol5.6495.9375,1%
Vorarlberg2.9493.56921,0%
Wien14.52118.92930,4%
ÖSTERREICH GESAMT57.06965.15514,2%

AufklärungsquotenJän-März 2003Jän-März 2004Veränd. absolut
Burgenland48,19%55,63%7,44
Kärnten50,95%48,21%-2,74
Niederösterreich47,99%46,81%-1,17
Oberösterreich52,65%50,86%-1,79
Salzburg33,19%32,91%-0,28
Steiermark47,60%47,49%-0,11
Tirol35,95%36,88%0,93
Vorarlberg54,60%56,31%1,71
Wien25,38%29,77%4,38
ÖSTERREICH GESAMT37,93%39,46%1,53

(apa)

9.4.2004 18:43