Neuer Kommandant für die Cobra: Treibenreif folgt Bachler
- Anti-Terroreinheit jetzt "mehr gefordert denn je"
- Treibenreif: "Österreich aber kein Terror-Risikoland"

Der Oberösterreicher Bernhard Treibenreif (38) ist neuer Chef der Polizei-Spezialeinheit Cobra. Schon bisher stellvertretender Kommandant sowie Leiter des Cobra-Hauptstandortes Wiener Neustadt, folgt der Schwanenstädter seinem Ende 2003 in die Privatwirtschaft gewechselten Vorgänger Wolfgang Bachler.
Der dritte Kommandant seit Gründung der Sondereinsatzgruppe im Jahr 1978 sieht die Anti-Terroreinheit nach den jüngsten Anschlägen "mehr gefordert denn je". Es sei eine große Herausforderung für freie demokratische Gesellschaften, "sich nicht zwingen zu lassen, geschlossene Gesellschaften zu werden", sagte Treibenreif am Dienstag in Wien bei seiner Vorstellung durch Innenminister Ernst Strasser (ÖVP). Österreich sei aber kein Terror-Hauptrisikoland, bekräftigte der neue Cobra-Chef. Als weitere Herausforderungen nannte er die EU- Erweiterung, mit der die Cobra zu einer Drehscheibe europäischer operativer Polizeieinheiten werde, Österreichs EU-Vorsitz 2006 und die Fußball-Europameisterschaft 2008.
Bernhard Treibenreif sei aus einer Reihe von Bewerbern einstimmig und mit Zustimmung der Personalvertretung ausgewählt worden, sagte Strasser. "Er signalisiert in seiner Persönlichkeit Kontinuität ebenso wie die Bereitschaft, sich rasch neuen Situationen anzupassen", betonte der Innenminister.
In den Aufgabenbereich des neuen Kommandanten fällt die in der Polizeireform Team 04 vorgesehenen Zusammenführung mit der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) zu einer österreichischen Spezialeinheit. Das soll Strasser zufolge bis zum Ende der Legislaturperiode passiert sein, die Umsetzung der Konzepts könne mit Jahresende beginnen. Die bisher erfolgten Reformen bei der Cobra seien erfolgreich verlaufen, so Treibenreif. Die geplante Zusammenführung von Polizei und Gendarmerie habe die Spezialeinheit bereits "vorweg genommen, und das System funktioniert". (apa)
