Montag, 5. April 2004

Finale der Transit-Blockaden: Erhebliche Staus auf den Ausweichstrecken in Tirol

  • Tausende Teilnehmer bei Protesten auf der Autobahn
  • Transitgegner forderten "Kurortqualität im Unterinntal"

Zum Höhepunkt der Anti-Transitkundgebungen haben Transitgegner am Mittwochabend die Inntalautobahn (A12) zu einer "Bühne" mit Volksfestcharakter verwandelt. Mehrere tausend Teilnehmer dürften den Weg auf die Autobahn gefunden haben. Das Transitforum hat die Abschlusskundgebung als "bisher größte Einzelveranstaltung" bezeichnet. Transitforum-Chef Gurgiser sprach von 5.000 bis 7.000 Teilnehmern.

Die Einsatzleitung in Innsbruck wollte nur 2.500 Teilnehmer gezählt haben. Zentrale Botschaft der Veranstaltung sei das so genannte "Ostermanifest". Darin forderte das Transitforum u. a. "Kurortqualität im Unterinntal". Am Rande der Veranstaltung kündigte Gurgiser die Gründung weiterer Anti-Transitgruppen entlang der Transitrouten an. Der Protest werde flächendeckend werden, wenn die Politik weiter steigende Transitzahlen zulasse.

Während sich der Pkw-Verkehr auf der Bundesstraße in Sichtweite zäh in beide Richtungen quälte, gab es auf der A12 ungewohnte Ruhe. Schützen, ein Drehorgelspieler, Reiter mit Pferden, Jäger in Lodentrachten und Bäuerinnen, die in einem Zelt Zilltertaler Krapfen buken, sorgten für einen ungewohnten Anblick.

Transitgegner zogen auf einem Pferdewagen einen kahlen Baum über die Fahrbahn, der auf der Unterseite blau angestrichen und mit gelben Sternen versehen war. Auf der in der Nähe verlaufenden Bahnstrecke sichteten die Kundgebungsteilnehmer auch einen schütter besetzten Lkw-Zug der Rollenden Landstraße. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen erneut viele Kinder, die auf der A12 zeichneten und malten.

Im Zuge der Transit-Proteste wurde ab 18.00 Uhr auch die Tauernautobahn (A10) im Bereich des Südportals des Tauerntunnels zwischen den Anschlussstellen Flachauwinkl und Zederhaus in Salzburg blockiert. Rund 300 Kundgebungsteilnehmer hatte sich versammelt.

Die Sperre der Inntalautobahn hat zur Verkehrsüberlastung auf den Ausweichstrecken geführt. Etwa 400 Lkw standen auf dem Parkplatz in Nößlach. Im Unterland wurden rund 900 Schwerfahrzeuge zwischen Vomp und Kramsach angehalten, teilte die Verkehrsabteilung der Gendarmerie mit.

5.4.2004 22:24