Freitag, 2. April 2004

Spritpreis-Gipfel endet ohne Einigung: Preise werden derzeit nicht gesenkt!

  • Minister Haupt droht mit Kartellverfahren!
  • Diskussion: Preise gerechtfertigt oder unverschämt?

Der Spritpreisgipfel im Wirtschaftsministerium hat am Montag keine Einigung über eine Senkung der derzeit hohen Treibstoffpreise in Österreich gebracht. Konsumentenschutzminister Herbert Haupt (FPÖ) sagte, die Mineralölwirtschaft sei nicht bereit gewesen, den Konsumenten entgegenzukommen. OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer sagte, die Preise für Benzin und Diesel würden vorerst nicht gesenkt.

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) will nach Ostern mit der OMV weiter verhandeln. Ziel sei ein neues "Gentlemen Agreement", um die Netto-Treibstoffpreise in den nächsten beiden Jahren auf EU-Niveau zu senken.

Haupt hingegen kündigte an, dass sein Ministerium nun alle Möglichkeiten des Konsumentenschutzes ausschöpfen werde, um die Interessen der Verbraucher zu wahren und härteren Druck auf die Mineralölwirtschaft auszuüben. Der FPÖ-Minister schloss unter anderem ein Kartellverfahren nicht aus. Außerdem überlege man, mit den hauseigenen Tankstellen der Straßengesellschaft ÖSAG den privaten Tankstellen Konkurrenz zu machen, so Haupt.

Amtliche Preisregelung wird es laut Bartenstein keine geben. Bei der dann notwendigen Berücksichtigung der Vollkostenrechnung könnten am Ende höhere Preise herauskommen. Diese "Peinlichkeit" wolle er Österreich ersparen. Außerdem sei die Preisregelung ein "Instrument nicht von gestern, sondern von vorgestern". Der freie Markt müsse letztendlich die Preise bestimmen, so Bartenstein.
(apa/red)

2.4.2004 12:58