Dienstag, 30. März 2004

Feinstaub: Raum Graz kehrt zur Tempo-Normalität bis Anfang November zurück

  • Niedrigere Limits kommen mit der Kälte wieder
  • Voraussichtlich Modifikationen und Ausweitungen

Ab Donnerstag, 0.00 Uhr, kehrt wieder Normalität auf den Straßen des Ballungsraums Graz und Voitsberg-Köflach ein, zumindest was die Tempolimits betrifft: Die auf Basis des Immissionsschutzgesetzes Luft wegen der Feinstaubbelastung verordneten niedrigeren Höchstgeschwindigkeiten sind dann aufgehoben, die Schilder werden zur Seite gedreht. Bis zum neuerlichen In-Kraft-Treten mit 1. November dürfte es Modifikationen, sicher aber eine Ausweitung auf das Sanierungsgebiet Hartberg geben.

Gemäß der Verordnung waren auf Autobahnen Tempo 80, im Ortsgebiet 30/50 und auf den übrigen Straßen Tempo 70 vorgeschrieben. Über die Auswirkungen auf die Feinstaubbelastung könnten noch keine Aussagen getroffen werden, so der Feinstaub-Koordinator des Landes, Manfred Rupprecht. "Da ist jeder halbe Regentag ausschlaggebender", resümiert er nüchtern.

Für die kommende Saison sind Modifikationen angedacht. Auf den Autobahnen könnte man zu höheren Limits, etwa 100 km/h, kommen, auch in Sachen Doppelbestrafung (nach StVO und Immissionsschutz-Verordnung) will man sich was einfallen lassen. Wie Umweltlandesrat Johann Seitinger (V) ankündigte, sollen aber bis Sommer erste Ergebnisse einer Projektgruppe vorlegen, in denen u.a. konkrete Maßnahmen im Bereich Ausbau des öffentlichen Verkehrs enthalten sein sollen. Positiv bewertet Koordinator Rupprecht die erreichte öffentliche Diskussion und Bewusstseinsbildung. Auch sei es gelungen, Partner unter den Gemeinden sowie den Städtebund zu finden.

Tatsächlich hatte es an den abgesenkten Tempolimit auch einige Kritik gegeben. U.a. sprach sich der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (V) dagegen aus. Der Gemeinderat der Stadt Graz schlug im Gegenzug vor, einen - zunächst freiwilligen - Autofreien Tag pro Woche einzuführen. (apa)

30.3.2004 13:47