Donnerstag, 1. April 2004

Airline-Test: Austrian, NIKI & Co starten Preiskampf brutal!

  • Die billigsten Flüge ins verlängerte Weekend & in die Sommerferien im NEWS-Preischeck.

Von Wien nach London um den Gegenwert eines Candlelight-Dinners. So günstig können Sie mit den aktuellen Airline-Schnäppchen zu Pfingsten in die Hauptstädte Europas und zu Ferienstart in den sonnigen Süden abheben. Dabei ist rasch handeln angesagt - denn nur, wer jetzt zuschlägt, ergattert einen echten Sparefroh-Sessel in der Flugzeugkabine....

Jede Woche des Zögerns kann bis zu hundert Euro kosten. Die Billigairlines bieten nämlich nur eine begrenzte Anzahl an supergünstigen Plätzen an. Fazit: Früh buchen heißt billig fliegen.

Geiz ist geil
NEWS nimmt für Sie die Kampfpreise von Austrian bis Laudas NIKI unter die Lupe und recherchierte, wie viel die Billigflüge, wenn Sie dieser Tage buchen, wirklich kosten. Die viel beworbenen Aktionen wie Berlin um 29 Euro oder Barcelona um 39 Euro sind zwar rar wie meist, zudem müssen noch extra Flughafengebühren und Steuern gezahlt werden. Doch rasch zuschlagen lohnt sich: Hin- und Rückfluge inklusive Taxen gibt es bei Buchung vor Ostern tatsächlich schon um knapp 90 Euro.

Eiskalter Luftkampf
Dabei wird der Luftkampf noch härter. Die Billigairlines wie Ryanair, SkyEurope oder Germanwings haben rund zwei Jahre lang den Preiskampf diktiert, doch nun schlägt die etablierte Konkurrenz beinhart zurück. Austrian-Boss Vagn Soerensen gibt die Linie vor: "Mit unseren Redticket-Angeboten sind wir auch im Billigflugsegment höchst erfolgreich unterwegs. Seit Einführung von Redticket im November letzten Jahres haben wir circa 90.000 Tickets verkauft, und die Nachfrage hält unvermindert an." Und Airline-Profi Niki Lauda setzt mit der Kooperation NIKI / Air Berlin zu einem neuen Höhenflug an und will dabei die Meute mit Qualität abhängen: "Mein Konzept ist einfach: Billigairline mit Luxusservice."

NIKI rüstet auf
Niki Laudas Konzept geht auf, denn in den vergangenen fünf Wochen hat er 19.000 NIKI-Tickets verkauft. Grund genug für Lauda, über eine Aufstockung der Flotte nachzudenken: "Nächste Woche wird über den Kauf eines fünften Flugzeugs entschieden, um die bestens ausgelasteten Spanien-Ziele noch besser bedienen zu können."

Schau genau
Schlaue Schnäppchenjäger profitieren in jedem Fall vom Wettbewerb der Himmelsstürmer - wenn sie auch das Kleingedruckte einrechnen: Versteckte Kosten wie Buchungsgebühren oder teure Anreisen zu dezentral gelegenen Airports sind einzukalkulieren. So ist der von Ryanair angesteuerte Flughafen Gerona 110 Kilometer vom eigentlichen Flugziel Barcelona entfernt. Freilich erhalten dadurch auch kleinere Flughäfen wie Graz oder Klagenfurt eine Anbindung an die großen Ticketdiskonter.

Dazu muss bei manchen Tiefstpreisjets mit Komforteinbußen gerechnet werden. Desinfektionsgel statt Wasser auf der Toilette, Verpflegung nur gegen Aufpreis, geringer Sitzabstand und keine Möglichkeit, das Gepäck zu einem Verbindungsflug durchzuchecken.

Sparstift
Der mangelnde Komfort ist Teil der Strategie. Abgelegene Flughäfen haben geringe Landegebühren, und ohne Catering liegen keine Brösel am Flugzeugboden, was Reinigungskosten spart.

Wer aber bereit ist, auf Kaffee und Kuchen zu verzichten, und damit Hunderte Euro sparen kann, für den sind Trips zu Petersdom oder Reeperbahn ein Geheimtipp.

(Aus NEWS 14/2004)

1.4.2004 10:45