Mittwoch, 31. März 2004

Helmut Berger: Das Sensations-Interview
"Meine wilden 60 Jahre"

  • »Früher haben wir nichts ausgelassen. Ob LSD, Kokain oder was es sonst noch gab …«
  • Altersweisheit: Exzesse sind Vergangenheit.

NEWS traf den Meister der Genussoptimierung zum Lebensgespräch. Der einstige Filmbeau über seinen 60er, den Weg dorthin und sein Leben als ewige Orgie.

Die Wut steht ihm immer noch ins Gesicht geschrieben. Helmut Berger ist an medialen Übeltaten zwar allerhand gewohnt, die jüngste Insultierung jedoch war selbst dem verlässlichsten Lieferanten von schlagenden Zeilen zu weit gegangen: „Mich als Muttersöhnchen zu titulieren, eine Frechheit.“

Selbige hatte die deutsche „Bild“-Zeitung, welche, so der übel Titulierte, die für Seinesgleichen infame Unterstellung ohne Rückfrage ins Blatt stellte. Berger, schnaubend: „Kein Mensch hat mit mir oder mit meiner Mutter gesprochen. Nicht die Bezeichnung, sondern dieser Umstand ist doch die Sauerei“, echauffiert sich der einstige Leinwandkönig, der sich seit Monaten höchstpersönlich um seine 83-jährige Mutter in Salzburg kümmert. Aus Zuneigung und Fürsorge, wie er versichert: „Ist doch nicht schlimm, wenn man sich um seine alte Mutter sorgt. Außerdem habe ich in Rom ohnehin momentan keine Wohnung.“

Auch dieser Umstand wurde dem einstens maßlosen Verschwender vorgeworfen. „Pleite“ sei er und deswegen ins Ausgedinge nach Salzburg exiliert. „Kein Wort wahr, ich bin nur sparsamer geworden.“

Exzessives Leben. Immerhin eine Tugend, für die Berger bis dato eher unbekannt war. Das Leben des einstigen Filmbeaus, eine perpetuierte Orgie ohnegleichen, galt braven Bürgern von Los Angeles bis Murmansk als Maß aller Undinge: Berger, bis vor wenigen Jahren so schön wie weiland Alain Delon und Oskar Werner in Union, zelebrierte Partys, Drogen und das Salonfähigmachen der Bisexualität auf der Leinwand. Wo er war, rauschten die Boulevardblätter, Madonna darf vergleichsweise als Klosterschülerin gelten.

In Deutschland duellierte er sich in den Siebzigern im Wettkampf mit Enfant terrible Klaus Kinski, lag ständig im Kampf um den ersten Platz im Skandalranking. „Berger ist das heilige Monster, dessen Exzentrik dort beginnt, wo das österreichische Verständnis aufhört“, urteilte damals André Heller über den in Bad Ischl als Helmut Steinberger geborenen Lusteiferer.

Altersweisheit. Am 29. Mai feiert der Heimgekehrte nun seinen 60er, und die glamouröse Scheinrealität des „Dorian Gray“ ist längst verblasst. „Mit dem Alter kommt die Weisheit“, meint der Geläuterte und hat die plüschige Puffbank im sündigen Rom gegen eine sonnige Parkbank im Salzburger Mirabell-Garten eingetauscht. Zehn Kilo hat er seit Weihnachten abgenommen; kein Bier, kein Wein – er ernährt sich mit Trennkost. Wohl fühlt sich Viscontis Liebling und Muse trotzdem nicht in der Mozartstadt: „Langweilig ist es hier. Hier kann man nur vor dem TV sitzen oder Spaziergänge machen. Ich bin froh, wenn ich wieder in Rom bin.“ Denn da will er wieder hin. Spätestens im Juni. Eine kleinere Wohnung sucht er – lediglich 150 Quadratmeter: „Große, wirklich große Wohnungen bekommst du jederzeit in Rom, aber eine mittlere, die findet man nicht.“

Das Schlafzimmer soll jedenfalls, in alter Manier, beherrschend sein, obwohl er seit Jahren als Single durchs Leben wandelt. „Lust auf Sex habe ich immer, auch wenn meine Wechseljahre längst vorbei sind. Nur hier in Salzburg, wen soll ich da anmachen?“

Sexuelle Auswüchse. Getrieben hat es Berger nicht nur als „Ludwig II.“ oder in den „Gärten der Finzi Contini“ auf der Leinwand. „Wirklich abgespielt hat es sich bei mir zuhause oder in Hotelbetten, nach den Dreharbeiten!“

Wenn er im NEWS-Interview mit einem süffisanten Lächeln zur Detailschilderung anhebt, ersteht Sodom & Gomorrha auf. Etwa, wie er Bianca und Mick, später beide Jagger, intim bekannt machte: „Wir hatten eine Affäre, einen flotten Dreier, zu dem sich später andere dazugesellten. Eine wilde Zeit!“

Dass seine Frauenaffären reine Koketterie seien, hört er nicht sehr gerne: „Ich war immer bi und bin es heute noch!“ Romy Schneider habe er nur bewundert, andere, wie Charlotte Rampling, Ursula Andress oder Marisa Berenson, wären ihm tatsächlich unterlegen gewesen.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Das große Interview mit Helmut Berger über sein verbranntes Geld, den sehr flotten Dreier mit den Jaggers, seine Lieben, seine Drogen und das Staubsaugen bei der Mama.

31.3.2004 14:57