Der EU-Skandal: Ein Insider packt aus
H.-P. Martins brisante Enthüllungen
- EU-Insider enthüllt erstmals Spesenritter & Verschwender

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Ein Österreicher lehrt die EU-Bonzen das Fürchten: Hans-Peter Martins brisante Enthüllungen sorgen nun auch europaweit für Aufsehen. Das Geheime EU-Tagebuch: EU-Aufdecker Hans-Peter Martin packt in NEWS über Österreichs EU-Spesenritter aus: Wer abzockt & nichts arbeitet.
Freitag, 19. März 2004, kurz vor 12 Uhr Mittag. Wien, Kärntner Straße. „What? I can’t believe this!“ EU-Rebell Hans-Peter Martin bekommt unmittelbar nach einem Interviewtermin mit NEWS einen brisanten Anruf. In der Brüsseler Redaktion des deutschen Magazins „stern“ finde gerade eine Hausdurchsuchung auf Antrag von EU-Behörden statt, „stern“-Korrespondent Hans-Martin Tillack sei verhaftet, jeglicher Kontakt zu seiner Redaktion oder einem Anwalt von der belgischen Polizei verhindert worden. Es sei noch völlig unklar, hinter welchen Dokumenten die EU-Bürokratie herjage.
„Ich glaube, die wollen vertuschen.“ Martin, selbst jahrelang als journalistischer Aufdecker unterwegs und seit drei Jahren investigativ mit Brüsseler Steuergeldverschwendung und Politikerprivilegien befasst, zögert nur kurz: „Ich glaube, die wollen vertuschen und einem unbequemen Magazin zusetzen. Wissen Sie was? Gehen wir doch gleich auf die Suche nach Steuergeldverschwendung hier bei uns.“
Fünf Minuten später betritt Martin die „Ständige Vertretung des Europäischen Parlaments“ am noblen Wiener Kärntner Ring. Unangekündigt. Im sechsten Stock der Nobeleinkaufspassage nahe der Oper befinden sich seit Herbst 1995 um viel Geld angemietete, großzügige Büros für unsere EU-Abgeordneten. Die will Martin jetzt sehen, sofort.
Teure Politikerbüros – als „Abstellraum“ verwendet. Dem anwesenden Personal ist das peinlich. Ja, Büros gäbe es schon. Schon seit Österreichs EU-Betritt. Allerdings würden sie von den „Delegationen“, sprich den Klubs der heimischen EU-Abgeordneten, „leider kaum genutzt“. Lediglich der FP-Abgeordnete Hans Kronberger nutze den Raum der blauen Delegation. Die anderen Zimmer stünden „leider auch leer“ – mit Ausnahme der Freiheitlichen hätte keine Delegation Interesse.
Ein Blick beweist: Politiker haben in den leer stehenden, um teures Steuergeld angemieteten, Räumlichkeiten noch nie gearbeitet. Die großräumigen Delegationsbüros in Top-Innenstadtlage dienen vielmehr als Abstellraum für leere Kartonschachteln, Fahrräder und zwei Billa-Einkaufswagerln. Martin: „Ist doch unglaublich, oder?“
Im Geheimarchiv des EU-Rebellen. Samstag, 20. März. Brüssel, Europäisches Parlament. NEWS begleitet den EU-Abgeordneten Martin in sein Büro. Wohin man auch blickt, überall sieht man penibel geschlichtete Aktenordner. Die Beschriftung zeigt: Es geht um Martins Kollegen im Europäischen Parlament. Deren Anwesenheit im Plenum, bei Ausschüssen und anderen Sitzungen haben Martin und Mitarbeiter der von ihm gegründeten „Europäischen Transparenz-Initiative“ (www.eti.info) seit Jahren exakt protokolliert. Wer ist wann ins Plenum gekommen, wer ist wann mit EU-Geldern wohin in Urlaub geflogen, wer kam nur kurz vorbei, um Sitzungsgelder zu kassieren, um gleich wieder heimzufliegen? Nur wenig ist dem Trupp des ehemaligen „Spiegel“-Reporters entgangen.
Medienhype um HPM. Heute will alle Welt wissen, was Martin weiß. Die „New York Times“ schickt ihm zwei Reporter, die „Financial Times“ ist sehr interessiert, der spanische „El País“ und die schwedische „Dagens Nyheter“, BBC und die „Herald Tribune“ stehen vor seiner Tür, das ZDF will ihn unbedingt sprechen, „stern-TV“ filmt schon seit Wochen, und Europas größte Tageszeitung, die deutsche „Bild“, startete diesen Montag mit Martin eine EU-Spesen-Serie. Das Interesse an Martin steigert sich daher noch weiter.
Am Dienstagnachmittag zeigten sich deutsche Abgeordnete bereits derart verunsichert, dass in Straßburg kurzfristig eine gemeinsame Pressekonferenz von CDU, CSU, SPD, Grünen und PDS abgehalten wurde. Das einzige Thema: Hans-Peter Martins Enthüllung. Der sagt: „Ich habe 7.200 problematische Fälle beobachtet, wo Abgeordnete sich in Anwesenheitslisten außerhalb jeder Sitzungszeit eintragen und skrupellos Taggelder von 262 Euro einsacken.“
Fast flehentlich scheint da die Bitte des Parade-Grünen Daniel Cohn-Bendit, dass Martin endlich konkrete Namen nennen solle.
Fakt ist: Martin ist drauf und dran, dem Brüsseler Spesenirrsinn im Alleingang heftig zuzusetzen. Und das wenige Wochen vor der Osterweiterung und den so entscheidenden EU-Wahlen.
Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: H.-P. Martin: „Wir müssen in EU-Brüssel aufräumen“
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