Mittwoch, 31. März 2004

Das Duell: Fischer vs. Ferrero
Die Hofburg-Kandidaten im NEWS-Härtetest

  • NEWS-Hearing: Ferrero & Fischer stellen sich.
  • Die „Jury“: Fünf prominente und kompetente Tester.

  • Ferrero-Waldner: Wie sie ein „modernes Amtsverständnis“ demonstrieren und Österreich auch wirtschaftlich helfen will.

  • Heinz Fischer: Wie er „moralische Autorität“ aufbauen und zum Nutzen eines sozialen & stabilen Österreich investieren will.

    Die Kandidatin lief nachher zur Diskussion an die Wiener Wirtschaftsuniversität, der Kandidat zuvor auf der Prater-Hauptallee. Benita Ferrero-Waldner und Heinz Fischer schafften es dennoch locker, im Rahmen ihres dicht gefüllten Wahlkampfkalenders jeweils knapp zwei Stunden für einen Besuch im NEWS-Gebäude am Donaukanal gegenüber dem Wiener Schwedenplatz einzuplanen. Kein reiner Höflichkeitsbesuch, sondern ein politisch wichtiges Datum: Fünf ebenso prominente wie kompetente Fragesteller sollten ihnen gemeinsam mit NEWS-Herausgeber Werner Schima und Chefredakteur Peter Pelinka auf den Zahn fühlen:

  • Gabriele Zuna-Kratky, als Direktorin des Technischen Museums eine wirkliche „Powerfrau“.

  • Die beiden schon aus früheren ORF-Zeiten bekannten Spitzenjournalisten Helmut Brandstätter und Rudolf Nagiller.

  • Der Manager Klaus Woltron, ein auch als philosophisch angehauchter Buchautor beliebter Querdenker.

  • Ebenso legendär querdenkerisch qualifiziert: Kurt Scholz, langjähriger Stadtschulratspräsident von Wien, derzeit Restitutionsbeauftragter der Stadt und Kolumnist der „Presse“.

    NEWS hatte ursprünglich vorgehabt, beide Kandidaten zu einem gemeinsamen Hearing einzuladen. Aber: Ferrero-Waldner winkte ab – so wie allen anderen Medien mit Ausnahme des ORF, der aber auch nur eine einzige Debatte am 15. April veranstaltet. Aus strategischen Gründen, wie sie in der Diskussion sagt.

    Was nichts an der Brisanz der Hearings änderte: Jeweils mehr als neunzig Minuten stellten sich die beiden den Fragen nach ihrem Amtsverständnis, dem Verhältnis zu Kanzler und Partei(en), zu innen- wie außenpolitischen Absichten. Wobei auffiel: Benita Ferrero-Waldner stellt mehr ihre außenpolitisch-diplomatische Erfahrung in den Vordergrund, Heinz Fischer seine innenpolitisch-verfassungsrechtliche. Wenig überraschend: Sozialpolitische Akzente wollen beide setzen, der Nationalrats-präsident ist stärker am Neutralitätsthema interessiert als die Außenministerin. Und beide äußerten sich respektvoll-distanziert zu angeblichen oder tatsächlichen Rivalen: Ferrero-Waldner über Bundespräsident Thomas Klestil, Heinz Fischer über Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

    Die kompletten Hearings der beiden Kandidaten finden Sie im neuen NEWS:
    Benita Ferrero: „Ich werde eine Volkspräsidentin sein“ - Wie sie die Hofburg „ohne Pomp“ regieren will.
    Heinz Fischer: „Ich verabscheue die Brutalität in der Politik“ - Wie er auch als „moralische Autorität“ auftreten will.

    31.3.2004 14:02