Donnerstag, 1. April 2004

Krankl nach Slowakei-Remis: "Wir müssen uns im spielerischen Bereich verbessern"

  • Gegen Luxemburg mehr offensive Akzente
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Keine berauschende Leistung, aber immerhin ohne Niederlage ins Länderspieljahr 2004 gestartet. Das ist das Resümee nach dem 1:1 im freundschaftlichen Länderspiel der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Slowakei. In seiner Nachbetrachtung betont Teamchef Hans Krankl wie immer die positiven Seiten, das Negative will er den Kritikern überlassen. "Im ersten Spiel nach der langen Winterpause hätten wir eine Niederlage nicht verdient. Das Unentschieden ist okay. Wir müssen uns verbessern, besonders im spielerischen Bereich", zog Krankl am Tag danach Bilanz.

Er hatte sich noch am späten Vorabend und am frühen Donnerstag die wichtigsten Szenen auf Video angesehen und gab sich im Gegensatz zu seinem ersten Kommentar nach Spielende doch etwas kritischer. Dass zu Beginn nicht alles klaglos laufen würde, wäre ihm auf Grund einiger Ausfälle klar gewesen. Krankl strich vor allem das Positive heraus und überlässt das Negative den Journalisten und der Öffentlichkeit. Er stelle sich immer vor die Mannschaft, die Fehler würden intern besprochen.

Einsatz und taktische Leistung als Positiva
Als Pluspunkte führte er an: "Die Mannschaft hat über 90 Minuten eine sehr gute Einstellung gezeigt, ist lange taktisch gut gestanden, hat die Räume eng gemacht, nie aufgegeben und bis zum Schluss gezeigt, dass sie den Ausgleich will." Gleich mehrmals hat der Wiener das Verlusttor im TV studiert. "Da waren wir nicht aggressiv, es waren mit Dospel, Schopp, Scharner, Hieblinger, Pogatetz und Stranzl gleich mehrere beteiligt." Es sei eine Kettenreaktion aus Passivität gewesen, Keeper Mandl habe am allerwenigsten Schuld gehabt.

"Kriminell schlechter Rasen"
Dem Konter in der 64. Minute beim Stand von 0:1, als drei Österreicher einem Slowaken gegenüberstanden, trauerte Krankl auch noch am Tag danach nach. Scharner hätte steiler auf Haas spielen müssen, dann wäre er alleine gewesen oder hätte dem besser postierten Schopp auflegen müssen. "Leider hat sich auf dem kriminell schlechten Rasen wieder einmal der Ball versprungen", so der Teamchef, der viele "Stockfehler" auf das holprige Terrain zurückführte.

Freude über Kollmann-Tor
Besondere Freude kam dafür nach dem Ausgleich seines "Jokers" Kollmann auf. "Das hat er im Stile eines Torjägers gemacht, schon die Ballannahme war riesig," meinte der einstige Goleador. "Ich habe mir gedacht, bevor das Spiel aus ist, haue ich drauf", erzählte der GAK-Stürmer, nachdem er mit seinem schwächeren rechten Fuß getroffen hatte. Seinen neuen Kapitän Ivanschitz, der nach den Achillessehnen-Problemen noch Trainingsrückstand aufweist und daher nie ins Spiel kam, nahm Krankl in Schutz.

"Da muss er durch", sprach Krankl dem Rapidler Mut zu. Dass diesem als Spielführer eine Last aufgebürdet wurde, glaubt er nicht. Er sieht Ivanschitz als Repräsentanten und Inbegriff der neuen Generation, begründete der Teamchef nochmals seine Entscheidung, den "Kai Pflaume aller österreichischen Mütter" die Schleife gegeben zu haben. Außerdem besitze er viele Kapitäne, sie sich im Spiel zu Wort melden. Er meinte damit Schopp, Ehmann, Stranzl oder eventuell Kirchler.

Gegen Luxemburg offensiver
Für die nächsten zwei Testspiele für die im Herbst beginnende WM-Qualifikation hat sich Krankl schon eine grobe Marschroute vorgegeben. "Gegen Luxemburg probieren wir es offensiver, mit mehr Druck. Da wollen wir mehr Tore erzielen und uns auf Aserbaidschan einstimmen." Gegen die Russen soll hingegen die Taktik angewandt werden, die er für England und Polen plant.

(apa/red)

1.4.2004 14:06