Sonntag, 4. April 2004

Ostefeierlichkeiten in Rom: Zehntausende bei Kreuzweg-Prozession

  • Gedenken an Terror: Frau aus Madrid trug Kreuz
  • Terrorangst trübt Osterfeierlichkeiten

Am Kolosseum in Rom hat sich am Freitag Abend unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen die traditionelle Karfreitags-Prozession in Bewegung gesetzt. Papst Johannes Paul II. beobachtete die Zeremonie. Trotz nasskalten Wetters kamen Zehntausende Touristen und Pilger zur Via Crucis. Als Erinnerung an die Terroranschläge in Spanien übernahm auch eine Frau aus Madrid das Kreuz.

Die Zeremonie im Schein Tausender Fackeln erinnerte an den Leidensweg Jesu Christi vor seiner Kreuzigung. Sie ist einer der Höhepunkte der Osterfeiern in Rom, die am Sonntag mit dem Segen "Urbi et Orbi" enden. Aus Furcht vor Terroranschlägen ordneten die italienischen Behörden schärfste Kontrollen an. Sie wiesen vor allem auf eine besondere Terror-Gefahr am Ostersonntag hin.

Für Aufregung sorgte ein Bericht des Militärgeheimdienstes Sismi, der sich auf "hochqualifizierte Quellen" im Nahen Osten bezog. Eine Gruppe von Selbstmord-Attentätern, die einen Anschlag in der "Ewigen Stadt" verüben sollen, werde demnächst in Rom eintreffen, hieß es. Der Sprengstoff sei bereits in Italien. Bis 1. Mai setzte das Innenministerium alle Polizeizentralen in höchste Alarmbereitschaft. In Rom ist zu Ostern ein Flugverbot für Kleinflugzeuge erlassen worden. 23.000 Soldaten und Polizisten sind an den Osterfeiertagen zum Schutz der 13.000 "sensiblen Einrichtungen" in Italien eingesetzt.

Nicht nur in Rom ist die Sorge vor Terroranschlägen groß. Sicherheitsvorkehrungen wurden auch rund um die größten Kirchen in Italien ergriffen, darunter die Markus-Basilika in Venedig und die Kathedrale Santa Maria Novella in Florenz. (apa/red)

4.4.2004 10:05