Neue Gewaltwelle? Al Kaida droht Spanien mit mehr Terror
- Ultimatum: Spanier sollen in spätestens 30 Tagen aus Irak verschwinden!
- Sprengstoff an spanischer Bahnstrecke identisch mit Bomben von Madrid
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Das Terrornetzwerk El Kaida hat Spanien ein schlimmes Ultimatum gestellt: Wenn die Spanier nicht in 30 Tagen ihren Abzug aus dem Irak wahr machen, drohen neue Anschläge. Die spanische Botschaft in Kairo habe am 28. März ein Schreiben erhalten, in dem Attentate auf diplomatische Vertretungen und andere Interessen Spaniens im Norden Afrikas und in Nahost angekündigt würden. Unterdessen steht auch fest, dass der auf der spanischen Bahnstrecke gefundene Sprengstoff identisch mit den Bomben von Madrid ist.
Um neuen Terror zu verhindern, müsse Spanien binnen eines Monats seine Truppen aus dem Irak und aus Afghanistan abziehen, heiße es in der Botschaft. Für Spaniens Zapatero ein schweres Dilemma: Hält er sein Wahlversprechen ein, sieht das aus wie ein Kniefall vor dem Terrorismus.
Die Echtheit des Briefes werde zwar noch überprüft, die Drohungen würden aber ernst genommen. Es werde bereits geprüft, spanische Auslandsschulen sowie Kulturinstitute einstweilen zu schließen.
Sprengstoff ident
Die am Freitag gefundene Bombe an der Bahnstrecke zwischen Madrid und Sevilla ist aus demselben Sprengstoff gefertigt worden, der für die Anschläge in Madrid vom 11. März benutzt worden war. Die Hintermänner des vereitelten Anschlags auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke hätten wie die Täter von Madrid den Stoff Goma 2 Eco verwendet.
Möglicherweise sei auch der Zünder vom selben Typ wie in Madrid. Derartige Zünder würden häufig im Bergbau verwendet, sagte Acebes. Über einen Zusammenhang mit den Madrid-Anschlägen wollte er sich nicht äußern: "Schlussfolgerungen über die Verantwortlichkeiten wären sehr voreilig."
10 bis 12 Kilogramm Sprengstoff wurden sichergestellt. Die Bombe war mit einem Zünder und einem 136 Meter langen Kabel versehen. Es gebe noch keine Anhaltspunkte darüber, wer den Sprengsatz angebracht habe, sagte Innenminister Acebes.
Angst in Spanien
Der Bombenfund löste in Spanien Angst vor neuen Anschlägen aus. Am 11. März waren in vier Pendlerzügen in Madrid zehn Bomben explodiert und hatten 191 Menschen getötet und 1.800 weitere verletzt. Die Täter sollen nach den bisherigen Ermittlungen einer marokkanischen Extremistengruppe mit Verbindungen zu El Kaida angehören.
Erst wenige Tage zuvor entschärften Sicherheitskräfte in Nordspanien drei an Journalisten adressierte Briefbomben. Über die Absender der Bomben herrsche noch Unklarheit, sagte Acebes. Der Mechanismus erinnere an frühere Anschläge anarchistischer Gruppen.
(apa/red)
