Samstag, 3. April 2004

TERROR-ALARM IN SPANIEN UND ITALIEN!

  • Spanien: Bombe auf AVE-Bahn-Gleis - Jetzt Armee zum Schutz der Bahn
  • Italien: Al-Kaida-Video gefunden: "Rom wird zerstört"

Nach dem Fund einer Bombe auf der AVE-Bahnstrecke zwischen Madrid und Sevilla werden die Sicherheitsvorkehrungen in Spanien drastisch verschärft. Die Trasse werde von Hubschraubern, Panzerfahrzeugen und Hundestaffeln Kilometer für Kilometer abgesucht, teilte Innenminister Angel Acebes mit. Zum Schutz dieser und anderer wichtiger Bahnrouten würden "alle verfügbaren Kräfte" mobilisiert, auch die Armee.

Nur knapp drei Wochen wurden an der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla 12 kg Sprengstoff derselben Art wie in Madrid entdeckt und entschärft.

Die etwa 500 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke bleibt vermutlich bis Samstag unterbrochen. Der Bombenfund zu Beginn der Osterferien in Spanien verursachte ein Verkehrschaos.

"Technische Gründe"
Knapp eine halbe Stunde vor der Ankunft in Madrid bremst der Hochgeschwindigkeitszug ab. Der AVE hält außerplanmäßig im Dorf Mora bei Toledo. Über Lautsprecher erfahren die Fahrgäste, dass der Superschnellzug "aus technischen Gründen" in dem Dorfbahnhof einen Halt einlegt. Dass an der Strecke eine Bombe entdeckt und der Zug deshalb gestoppt wurde, sagt man den Fahrgästen nicht.

Gleiche Sprengstoff-Art wie in Madrid
Nach Ermittler-Angaben ähnelt die Bombe den bei den Terroranschlägen von Madrid verwendeten Sprengsätzen. Der in einem Sack unter den Schienen versteckte Sprengsatz enthalte die Dynamit-Variante Goma 2 ECO - dieselbe, die auch bei den Anschlägen in Madrid verwendet wurde.

10 bis 12 Kilogramm Sprengstoff wurden sichergestellt. Die Bombe war mit einem Zünder und einem 136 Meter langen Kabel versehen. Es gebe noch keine Anhaltspunkte darüber, wer den Sprengsatz angebracht habe, sagte Innenminister Acebes.

Angst
Der Bombenfund löste in Spanien Angst vor neuen Anschlägen aus. Am 11. März waren in vier Pendlerzügen in Madrid zehn Bomben explodiert und hatten 191 Menschen getötet und 1.800 weitere verletzt. Die Täter sollen nach den bisherigen Ermittlungen einer marokkanischen Extremistengruppe mit Verbindungen zu El Kaida angehören.

Erst am Donnerstag entschärften Sicherheitskräfte in Nordspanien drei an Journalisten adressierte Briefbomben. Über die Absender der Bomben herrsche noch Unklarheit, sagte Acebes am Donnerstag. Der Mechanismus erinnere an frühere Anschläge anarchistischer Gruppen.
(apa, red)

3.4.2004 07:06