Falluja: Fernsehbilder wecken in USA böse Erinnerungen
- Kommentatoren ziehen Parallele zu Mogadischu-Debakel
- Irakische Polizei verstärkt Präsenz in den Straßen
Die grausamen Bilder der Leichenschändungen im Irak wecken bei den Amerikanern böse Erinnerungen an den fehlgeschlagenen Einsatz in Somalia.
Die drei großen Fernsehsender ABC, CBS und NBC eröffneten ihre Nachrichtensendungen am Mittwochabend mit Bildern der toten Amerikaner, die ein wütender Mob in Falluja durch die Straßen schleifte und an einer Brücke aufhängte.
Die Leichen waren auf den Bildern unkenntlich gemacht. Die "New York Times" und die "Washington Post" druckten die schockierenden Fotos verstümmelter und verkohlter Leichen auf ihrer Titelseite. Die Internet-Nachrichtenseite Yahoo! News entfernte besonders drastische Fotos aus ihrem Angebot.
Die Fernsehsender zogen Parallelen zu dem katastrophal verlaufenen Einsatz der US-Armee in der somalischen Hauptstadt Mogadischu im Oktober 1993. Die US-Soldaten waren bei dem Vorstoß in einen Hinterhalt geraten, in den stundenlangen Kämpfen kamen 18 Amerikaner und hunderte Somalier ums Leben.
Damals hatten Fernsehbilder eines getöteten Soldaten, der durch die Straßen geschleift wurde, die US-Öffentlichkeit schockiert. Der Regisseur Ridley Scott hatte die Ereignisse von Mogadischu in dem Film "Black Hawk Down" (2001) verfilmt. Nach Ausstrahlung der jüngsten Bilder aus Falluja wandte sich die CNN-Moderatorin Paula Zahn an ihre Zuschauer und fragte: "Hat der heutige Tag die Art und Weise verändert, wie Sie den Krieg betrachten?"
Unterdessen hat die irakische Polizei Kontrollpunkte auf den Straßen besetzt. Von den amerikanischen Truppen war dafür nichts zu sehen.
(apa/red)
