Donnerstag, 1. April 2004

Kampf gegen den Terror: Mehrere Verhaftungen bei Razzia in Italien

  • Illegale türkische Gruppierung wurde zerschlagen
  • Festnahmen auch in Belgien, den Niederlanden und der Türkei

Die italienische Polizei hat im Rahmen einer Großrazzia am Donnerstag mehrere Personen festgenommen, die wegen "internationalem Terrorismus" ins Visier der Ermittler geraten sind. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Festnahmen und Durchsuchungen im Raum der mittelitalienischen Stadt Perugia durchgeführt.

Die Großrazzia hat auch zur Zerschlagung einer türkischen Fundamentalistenzelle mit Stützpunkt in Perugia geführt, berichteten italienische Medien. Die Polizei habe 15 Haftbefehle erlassen. Fünf Personen, zwei Türken und drei Italiener, wurden festgenommen.

Illegale türkische Gruppe zerschlagen
Zerschlagen wurde eine illegale türkische Gruppe der DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei), der auch Verbindungen zu den Terroranschlägen in der Türkei vorgeworfen werden. Die türkische Gruppe soll Kontakte zu linksextremistischen Anarchistengruppen in der Provinz Perugia geknüpft haben. Die türkische Gruppe soll jedoch keine Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) von Abdullah Öcalan haben, hieß es.

Festnahmen auch in Belgien, Niederlanden und Türkei
Weitere Festnahmen wurden parallel in Belgien und in den Niederlanden durchgeführt. In der Türkei wurden im Rahmen derselben internationalen Untersuchung sieben Personen festgenommen, weitere vier werden noch gesucht. Rund 100 italienische Polizisten beteiligten sich an der Operation in Perugia. Die Untersuchung war vor einem Jahr in die Wege geleitet worden.

Perugia, in der sich eine Universität für Ausländer befindet, war vom italienischen Innenministerium als eine der fünf am stärksten vom internationalen Terrorismus gefährdeten Städten bezeichnet worden.

(apa)

1.4.2004 12:10