Selbstmordanschlag: Drei Tote in Boliviens Parlament
- Bergarbeiter sprengte sich aus Protest in die Luft
- Sechs hochrangige Polizei-Offiziere bei Anschlag verletzt

Ein bolivianischer Bergarbeiter hat sich nach Medienberichten am Dienstag im Parlament von La Paz in die Luft gesprengt und dabei mindestens zwei weitere Menschen mit in den Tod gerissen. Der Mann sei in das Gebäude eingedrungen und habe Dynamit am Körper getragen, berichtete der Radiosender "Erbol". Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.
Weitere sechs Menschen, darunter mehrere hochrangige Polizei-Offiziere, seien verletzt worden. Der Mann habe mit seiner Tat dagegen protestieren wollen, dass ihn niemand anhören wollte, berichtete der Sender. Er gehöre einer Generation von Arbeitern an, die zwar ihr ganzes Arbeitsleben Pensionsbeiträge entrichtet hätten, nun aber wegen einer Gesetzesänderung keinen Anspruch auf eine Pension hätten. Polizisten haben laut den Berichten das Parlamentsgebäude abgeriegelt.
Bolivien ist das ärmste südamerikanische Land. Der Andenstaat machte im vergangenen Jahr eine schwere politische Krise durch, die durch den Streit um die Verwendung der Erdgasvorkommen ausgelöst worden war. Der in einem Volksaufstand gestürzte Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada hatte vorgeschlagen, das Erdgas des Andenlandes über eine Pipeline durch Chile in die USA zu exportieren. Bei wochenlangen gewaltsamen Protesten wurden mehr als 80 Menschen getötet. (apa)
