Explosion in bolivianischem Parlament
Bei einer Explosion im bolivianischen Parlament in La Paz sind am Dienstag mehrere Menschen verletzt worden. Laut Rundfunksender drang ein Bergarbeiter in das Kongressgebäude ein und zündete Dynamit, um gegen die wirtschaftliche und soziale Krise des lateinamerikanischen Landes zu protestieren. Ein Radiosender berichtete, der Angreifer sei ums Leben gekommen.
Polizeichef Jairo Sanabria bestätigte die Explosion, machte aber zunächst keine weiteren Angaben zu dem Vorfall. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Oscar Arrien, hatte das Gebäude noch vor der Explosion räumen lassen. Der Kongress liegt wenige Meter vom Regierungssitz entfernt.
Bolivien ist das ärmste südamerikanische Land. Der Andenstaat machte im vergangenen Jahr eine schwere politische Krise durch, die durch den Streit um die Verwendung der Erdgasvorkommen ausgelöst worden war.
Der in einem Volksaufstand gestürzte Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada hatte vorgeschlagen, das Erdgas des Andenlandes über eine Pipeline durch Chile in die USA zu exportieren. Bei wochenlangen gewaltsamen Protesten wurden mehr als 80 Menschen getötet.
(apa)
