Usbekistan: 23 Tote bei neuen Unruhen
- Zwei Selbstmordattentäter sprengen sich bei Fahrzeugkontrolle in die Luft
- PLUS: Bereits am Montag starben 19 Menschen bei Attentaten
Nach der verheerenden Anschlagsserie mit 19 Toten in Usbekistan hat die Verfolgung von Terrorverdächtigen weitere 23 Menschen das Leben gekostet. Im Norden der Hauptstadt Taschkent sprengten sich am Dienstag zwei Männer in die Luft, nachdem ihr Auto von der Polizei angehalten worden war. Wie ein Sicherheitsbeamter mitteilte, rissen sie drei Polizisten mit in den Tod, fünf weitere Beamte wurden verletzt. 19 mutmaßliche Terroristen kamen darüber hinaus bei einer Schießerei mit der Polizei ums Leben.
Das fünfstündige Feuergefecht ereignete sich nach Angaben des Innenministeriums vor einem Wohnblock nahe der Residenz von Präsident Islam Karimow. Einige der Terrorverdächtigen, darunter mindestens fünf Frauen, seien von der Polizei getötet worden, andere hätten sich mit Granaten selbst in die Luft gesprengt. Die Schießerei und der neuerliche Selbstmordanschlag ereigneten sich im nördlichen Stadtteil Jalangatsch. Soldaten und Polizisten riegelten dort die Straße zu Karimows Haus ab. In der gesamten Hauptstadt wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.
Die Unruhen begannen am Sonntagabend mit der Explosion in einem Haus in der Provinz Buchara, das Terroristen vermutlich als Bombenwerkstatt diente. Es seien dort Sprengstoff, Waffen und Munition gefunden worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zehn Menschen wurden bei der Detonation getötet. Montag Früh kam es dann zu zwei gegen die Polizei gerichteten Anschlägen von Selbstmordattentäterinnen. Dabei wurde neben drei Polizisten auch ein Kind getötet.
Insgesamt kamen bei den Übergriffen vom Sonntag und Montag 19 Menschen ums Leben, 26 wurden verletzt. Die Behörden machten islamische Extremisten für die Taten verantwortlich. Der überwiegend von Moslems bewohnte säkulare Staat Usbekistan ist ein Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terror.
Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder sandte Karimow am Dienstag ein Beileidsschreiben, in dem er sein Entsetzen über die Bluttaten zum Ausdruck brachte. Es waren die schwersten Anschläge in der ehemaligen Sowjetrepublik seit 1999. Damals kamen in Taschkent 16 Menschen bei Übergriffen ums Leben, für die die Untergrundorganisation Islamische Bewegung Usbekistans verantwortlich gemacht wurde. Die Gruppe wird mit El Kaida in Verbindung gebracht.
(apa, red)
