Montag, 29. März 2004

Freie Gesellschaft: EU-Antiterror-Koordinator will sie nicht opfern

  • De Vries gegen starke Beschneidung bürgerlicher Freiheiten
  • "Nicht in die Falle der Terroristen gehen!"

Der erste Anti-Terror-Beauftragte der Europäischen Union, Gijs de Vries, hat sich gegen eine starke Beschneidung der bürglichen Freiheiten ausgesprochen. De Vries, der auch Vorsitzender der Liberalen im EU-Parlament war, trifft sich heute erstmals mit den EU-Innenministern.

"Wir müssen aufpassen, nicht in die Falle der Terroristen zu gehen", sagte De Vries dem französischen Rundfunksender France Inter am Montag. "Terroristen würden es gerne sehen, wenn Europa als Reaktion die Bedeutung der bürgerlichen Freiheiten und Toleranz reduzieren würde." Europa müsse den offenen Charakter seiner Gesellschaften bewahren. Bürgerrechtler haben vor allem den USA, aber auch der EU vorgeworfen, auf die Anschläge vom 11. September 2001 mit zu großen Einschnitten in die Freiheiten der Bürger reagiert zu haben.

De Vries war vom EU-Gipfel vergangene Woche ernannt worden. Der frühere niederländische Innenstaatssekretär soll den Kampf der EU-Staaten gegen Terrorismus koordinieren. Geplant ist unter anderem ein besserer Informationsaustausch zwischen Polizeien und Geheimdiensten.
(apa/red)

29.3.2004 18:02