Montag, 29. März 2004

Nach Chen-Sieg in Taiwan: Stimmen werden neu ausezählt

  • Expertenteam soll mysteriösen Anschlag auf Wahlsieger Chen aufklären
  • PLUS: Die Bilder des Attentats auf Chen von letzter Woche

Die drei größten taiwanesischen Parteien haben sich am Montag gemeinsam für eine Neuauszählung der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 20. März ausgesprochen. Bei der Wahl hatte Amtsinhaber Chen Shui-bian mit hauchdünnem Vorsprung vor seinem Rivalen Lien Chan gewonnen.

Zudem einigten sich die Parteien darauf, den mysteriösen Anschlag auf den Präsidenten einen Tag vor der Wahl von einer internationalen Expertengruppe untersuchen zu lassen. Die Opposition unterstellt Chen, das Attentat womöglich inszeniert zu haben, um sich in letzter Minute die Sympathie des Volkes zu sichern.

Chen war von einer Kugel im Magen verletzt worden, als er in einem Cabriolet durch eine jubelnde Menschenmenge in der südlichen Stadt Tainan fuhr. Die Polizei hat bisher niemanden verhaftet und nach eigenen Angaben keine heiße Spur.

Bei dem Treffen am Montag einigten sich die Parteien zudem auf die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Er soll Vorwürfe von Polizisten und Soldaten nachgehen, sie seien von der Regierung an der Wahl gehindert worden, weil sie nach dem Anschlag ihre Posten nicht hätten verlassen dürfen.
(apa)

29.3.2004 14:10