Montag, 29. März 2004

Vor Polizeistation: 2 Sprengkörper in Genua explodiert

  • Bomben waren in Telefonzelle und Müllcontainer versteckt
  • Ermittlungen konzentrieren sich auf linksextreme Kreise

Zwei Sprengkörper sind Montag früh vor einer Polizeistation in Genua explodiert. Die erste Explosion ereignete sich um vier Uhr, eine zweite folgte nur wenige Minuten später, berichtete die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI. Die Sprengkörper wurden in einer Telefonzelle und in einem Müllcontainer unweit vom Eingang der Polizeistation versteckt.

"Die Sprengkörper hätten töten können, zum Glück waren unsere Männer in ausreichender Entfernung, als sie nach der ersten Explosion auf die Straße gerannt sind", sagte der Polizeichef von Genua, Oscar Fiorolli. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf linksextremistische Kreise.

In den vergangenen Monaten mehrten sich die Anschläge auf Polizeistationen in Italien. Die Geheimdienste warnen vor einem Pakt zwischen Anarchistenorganisationen und Mitgliedern der linksextremistischen Terrororganisation "Neue Rote Brigaden". Nach der Verhaftung von neun hochrangigen Mitgliedern der Terrorgruppe im vergangenen Oktober, hätten die Anarchisten eine Führungsrolle unter den italienischen Untergrundorganisationen übernommen.

Ziel des politischen Terrors in Italien sei es, den sozialen Konflikt zu verschärfen und die Arbeitsmarktreformen der Regierung Berlusconi zu sabotieren, hieß es. Die Untersuchungen seien durch die Tatsache erschwert, dass die Anarchistengruppen eher unstrukturiert seien. Die Gefahr, die sie für die italienischen Institutionen darstellen, dürfe nicht unterschätzt werden. (apa)

29.3.2004 08:21