Sonntag, 4. April 2004

Neue Wende? Haider drängt auf Umbildung der Bundesregierung

  • Er sieht aber keine Notwendigkeit, Bundespartei zu übernehmen
  • PLUS: Landeshauptmann sieht Zukunft für Rot-Blau im Bund

Für den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) ist eine Umbildung der FPÖ-Mannschaft in der Bundesregierung unerlässlich. "Man wird im Kreise unserer Führung verhandeln müssen, wie wir uns noch optimieren, weil wir meiner Meinung nach Optimierungsbedarf haben, weil die Regierung vieles richtig angeht aber auch in vielem noch hängt", erklärte Haider. Im Zuge der Bundespräsidentenwahl gebe es vielleicht ohnehin eine Regierungsumbildung: "Da könnten wir das ja gleich machen."

Auf die Frage, wann er offiziell auch wieder Chef der Freiheitlichen ("Sie bestimmen ohnehin alles, warum werden Sie nicht gleich Chef?") wird, meinte Haider: "Weil Kärnten so schön ist. Man kann nicht von einem Bundesland aus in der Bundesregierung regieren. Ich werde mit aller Kraft die FPÖ unterstützen, es ist nicht notwendig, dass ich Parteichef werde."

Zum scheinbaren Ende der FPÖ-Ausgrenzung seitens der SPÖ unter Alfred Gusenbauer erklärte der Landeshauptmann: "Die SPÖ hat sich geöffnet, wenn sie Kritik ihrer Paradelinken überwunden hat, die Demokratie nicht verstehen. Rot-Blau ist eine Frage der politischen Möglichkeit. Gusenbauer hat sich als fairer Gesprächspartner erwiesen, obwohl wir unterschiedliche Weltanschauungen haben - wie auch Wolfgang Schüssel." (apa/red)

4.4.2004 11:50