Freitag, 2. April 2004

Frad verteidigt sich: "Es war nicht Feigheit"

Sozialversicherungspräsident Herwig Frad verteidigt seine Stimmenthaltung bei der Abstimmung über den neuen Wiener Kassenvertrag mit Hinweis auf die besonders triste Situation der Wiener Gebietskrankenkasse. "Ein Verwaltungsrat hat Verantwortung zu tragen", so Frad.

Immerhin habe Wien im Vorjahr 135 Millionen Euro durch internen Ausgleich innerhalb der Kassen erhalten. Dieses System wurde durch das Urteil des Verfassungsgerichtshofs Mitte März gekippt.

Zu seiner Stimmenthaltung sagt Frad: "Es ist keine Feigheit vor dem Feind gewesen. Ich will Brückenbauer sein und nicht die Situation verschärfen." Ob er bei einer neuen Entscheidung zustimmt? "Ich halte mir das offen."

Der ausgehandelte Vertrag habe "sehr wohl positive Aspekte" beinhaltet, etwa weniger Ärztestellen, vermehrter Generika-Einsatz. Zu den Rücktrittsforderungen sagte er: "Ich bin sicher kein Sesselkleber." Die Entsendung liege bei der Beamtengewerkschaft.
(apa, red)

2.4.2004 17:54