Donnerstag, 1. April 2004

Osterverkehr fordert seinen Zoll: Wieder Staus und Unfälle

  • Großes Verkehrsaufkommen vor allem im Westen Österreichs
  • PLUS: Service - Wo Sie mit Staus rechnen müssen!

Der Osterverkehr hat am Wochenende voll eingesetzt, die Blechlawine staute sich langsam durch ganz Österreich. Lange Wartezeiten und Kolonnen-Verkehr gab es vor allem in Vorarlberg, Tirol sowie an den Grenzübergängen nach Ungarn. Die aus Bayern kommende Auto-Masse brachte zuätzlichen Kolonnenverkehr. Drei Motorrad-Unfälle forderten Tote. Auf der Westautobahn in Niederösterreich kam es in der Folge von Unfällen zu drei bis vier Kilometer Stau.

Drei Tote haben am Samstag Motorradunfälle in Oberösterreich und der Steiermark gefordert. Im Bezirk Deutschlandsberg stieß ein Biker mit seinem Motorrad gegen einen Traktor, der gerade abbiegen wollte. Im Bezirk Voitsberg geriet ein Zweiradfahrer beim Überholen ins Schleudern und krachte gegen einen entgegenkommenden Pkw. Beide Motorradfahrer starben noch an der Unfallstelle.

Tödlich endete auch ein Frontalzusammenstoß für einen Motorradlenker in Münzkirchen im Bezirk Schärding. Laut Gendarmerie war der 51-Jährige bei einem Überholmanöver gegen einen Pkw geprallt. Die Insassen des Autos blieben unverletzt.

Blockabfertigung
In Tirol sorgte der Urlauberansturm auf der B179, Fernpass Bundesstraße, für erst erhebliche Stauungen und zähen Verkehr. Den gesamten Tag über war vor dem Grenztunnel Vils/Füssen der Andrang so stark, dass die Behörden die Fahrzeuge nur mehr blockweise durch den Tunnel schleusen konnten. In der Zwischenzeit bildete sich auf der Autobahn Ulm-Füssen (A7) ein rund 16 Kilometer langer Stau.

In Vorarlberg sorgte der Urlauberreiseverkehr vor allem auf der A14, Rheintalautobahn, und auf der L 190 für erhebliche Verzögerungen und teilweise Stauungen.

Stundenlange Wartezeiten an den Grenzen
In Ostösterreich sorgte die anrollende Reisewelle vor allem für Staus und stundenlange Verzögerungen an den Grenzstellen zum benachbarten Ungarn. In Nickelsdorf und Heiligenkreuz mussten sich Autofahrer rund 1 bis 2 Stunden bei der Ausreise gedulden.

Blechlawine aus Deutschland
Zu Beginn der Osterferien herrschte auch auf den bayrischen Autobahnen bereits am Vormittag lebhafter Reiseverkehr. "Die Autofahrer müssen sich auf den Reiserouten in Richtung Süden in Geduld üben", sagte Helmuth Zweckstetter von der Verkehrsmeldestelle Bayern.
Am späten Vormittag reihten sich vor allem die Autos auf der Autobahn Aschaffenburg-Würzburg (A3) auf einer Länge von 25 Kilometer Stoßstange an Stoßstange.

Auch auf den übrigen Strecken in den Süden, der Autobahn Nürnberg-München (A9), der Ostumfahrung München (A99) und der Autobahn München-Salzburg (A8) waren hauptsächlich Skifahrer auf den Weg in die Ferien.

Samstag möglichst meiden!
Der ÖAMTC warnte vor zwei großen Reisewellen im heurigen Osterverkehr. Vor allem die Tage von Gründonnerstag bis Karsamstag sollten Autofahrer für die Fahrt in den Osterurlaub meiden, raten die Verkehrsexperten.

Günstige Reisetage für den Aufbruch in den Osterurlaub sind die Sonntage. Beliebte Urlaubsziele zu Ostern sind Ungarn, Tschechien, Istrien, Oberitalien, Südtirol und die Schizentren in Westösterreich.

Da der Karfreitag in ganz Deutschland Feiertag ist, werden viele Deutsche am Nachmittag des Gründonnerstag und am Karfreitag in den Osterurlaub aufbrechen. In der Slowakei, Tschechien und Ungarn beginnen am Gründonnerstag Kurzferien.

Polizei im Großeinsatz
Die Exekutive wird bis 12. April verstärkt Verkehrssicherheitsmanagement betreiben. Am Osterwochenende stehen rund 7.000 Beamte mit mehr als 3.500 Verkehrsüberwachungsgeräten (u.a. 1.313 Laser- und 96 stationären Radargeräten, 175 Zivilstreifenfahrzeugen, 1.655 Alkomaten und elf Abstandsmesssystemen) im Einsatz.

Besonderes Augenmerk richtet die Exekutive auch heuer wieder auf Raser, Alkohol- und Drogenlenker. Auch auf beliebten Ausflugsstrecken von Motorradfahrern werden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Damit will die Exekutive dem starken Anstieg der Zahl verunglückter Zweiradlenker in der Verkehrsunfallbilanz 2003 Rechnung tragen.

Vorsicht, Unfallgefahr
Das Osterwochenende ist eines der unfallstärksten des Jahres. Besonders von Gründonnerstag bis Karsamstag werden Österreichs Transitrouten extrem stark belastet. So war im vergangenen Jahr vom Osterfrieden auf der Straße wenig zu bemerken. Zwischen Karfreitag und Ostermontag starben bei 409 Unfällen 15 Menschen, 564 wurden verletzt. (apa/red)

1.4.2004 21:27