Dienstag, 30. März 2004

Klagenfurter Volkspartei: Vor einer Zerreißprobe

In der Klagenfurter Volkspartei ist es ein Jahr nach der Gemeinderatswahl zu einer Spaltung gekommen: Die beiden Gemeinderäte Ursula Kuess und Mario Kuttnig haben am Dienstag ihren Austritt aus der Fraktion bekannt gegeben. Sie wollen unter dem Arbeitstitel "Pro Klagenfurt" einen eigenen Klub gründen und erklärten bei einem Pressegespräch, "in jede Richtung offen zu sein."

Als Begründung für ihren Schritt nannten die beiden Kommunalpolitiker die Unzufriedenheit im Klub. Dieser sei lediglich Erfüllungsgehilfe des Stadtsenats und werde kaum in Entscheidungen eingebunden. Dafür verantwortlich machen sie Stadtparteiobmann Dieter Jandl und Klubchef Walter Zwick. "Wir wollen eine Erneuerung der Klagenfurter Volkspartei", betonte Kuess. Bürgermeister Harald Scheucher könne offensichtlich die Partei nicht erneuern.

Kuttnig erklärte, er sei mit den Vorgängen in der Stadtpartei nicht mehr einverstanden, wolle aber ebenso wie seine Kollegin "aktiv im Gemeinderat mitarbeiten". Mit dem Ausscheiden von Kuess und Kuttnig verfügt die ÖVP-FPÖ-Koalition im Gemeinderat über keine Mehrheit mehr.

Wie reagierte die Klagenfurter Volkspartei auf den Austritt von zwei ihrer Gemeinderäte? Stadtparteiobmann Jandl und Klubobmann Zwick beriefen am späten Nachmittag die Fraktion zu einer Krisensitzung ein. "Dabei wurde uns einstimmig das Vertrauen ausgesprochen", erklärte Jandl anschließend gegenüber der APA.

SPÖ-Vizebürgermeister Wiedenbauer sprach gegenüber der APA von "völlig neuen Perspektiven und Möglichkeiten". Er könne sich eine aus SPÖ, Grünen und der neuen Fraktion bestehende "Koalition der besten und kreativsten Köpfe" vorstellen, welche ein Arbeitsprogramm im Interesse Klagenfurts erstellt.

Namens der Grünen meinte Stadträtin Andrea Wulz gegenüber der APA, dass gerade Kuess und Kuttnig "in der Vergangenheit öfters mit uns einer Meinung" gewesen seien.
(apa)

30.3.2004 18:24