Schicksalsjahr bei Opel: FORMAT zum Kampf in der Autobranche
- Bringt der Astra die GM-Tochter in die Gewinnzone?
- PLUS: Opel Astra, Tigra TwinTop, Speedster, Trixx & Co.
·Opel: Die neue Astra Serie ist da
Die 3. Generation, BILDER und Infos gibts hier
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Top Cabrio 2004
Die Opel-Neuheit ist das "Cabrio des Jahres"
Mitte März startete der Verkauf des neuen Opel Astra. Für die deutsche General-Motors-Tochter ist das Kompaktauto die letzte Chance, nach Jahren schwerer Verluste in die Gewinnzone zurückzukehren. Dank Sonderrabatten und Frühbucher-Boni lässt sich der Astra-Verkauf gut an. Bei den Händlern herrscht Aufbruchstimmung wie zuletzt in den Achtzigern. Leicht wird das Spiel für Opel-Boss Carl-Peter-Forster trotzdem nicht, denn es gilt gegen den Branchen-Primus Golf zu bestehen.
Sicher ist: Ein Opel hat schon lange nicht mehr so viel Euphorie ausgelöst. Das ausgelaufene Astra-Modell brachte es in der Kompaktklasse zu despektierlichen Titeln wie "Bauerngolf" und strahlte dieses Biedermann-Image auf die restlichen Produkte der deutschen General-Motors-Tochter ab. Was sich auch in den Bilanzen niederschlug: Bei 13,9 Milliarden Euro Umsatz fuhr die Adam Opel AG 2003 satte 384 Millionen Euro Verlust ein.
Der mit dem Golf tanzt
Doch der neue Astra könnte für Opel den Wendepunkt bringen. Nach dem Verkaufsstart sieht es für ihn dank Frühbucher-Bonus (ein Paket aus Klimaanlage, Bordcomputer und Stereoanlage im Wert von 1.000 Euro gab es für Kurzentschlossene gratis) gut aus. Am deutschen Heimmarkt waren 45.000 Autos, ein Viertel der für 2004 anvisierten Stückzahl, bereits vor Verkaufsstart gebucht.
Einen Turboschub für Opel sieht jetzt auch Konzernchef Carl-Peter Forster. Er war in der Opel-Krise angetreten, VW und dem Golf Paroli zu bieten. Forster zu FORMAT: "Das klare Ziel des General-Motors-Konzerns ist es, auch in Europa in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben." Muss er auch. Denn noch tiefer als 2003 darf Opel nicht fallen. Der Konzernumsatz war bei stagnierenden Marktanteilen um 6,3 Prozent zurückgegangen. Opel schrieb vier Jahre hintereinander Verluste, 2003 die höchsten bisher.
Neues Leistungsdenken in Rüsselsheim
Der Turnaround bei Opel steht und fällt mit dem Erfolg des Astra. Schließlich ist jeder vierte verkaufte Opel ein Astra. "Das Glück aller großen europäischen Autokonzerne hängt von der Kompaktklasse ab", erklärt Thomas Marwick, Autoanalyst des deutschen Marktforschungsinstitutes Polk Marketing Systems. Floppt der Astra entgegen den bisherigen Vorzeichen doch noch, sieht Marwick die Opel-Zukunft düster.
Deshalb überließ Forster im Vorfeld des Astra-Starts nichts dem Zufall: Unermüdlich trieb der ehemalige BMW-Manager die Ingenieure zur Eile an. Das Ergebnis stimmt: Der Astra steht jetzt ein halbes Jahr früher als geplant bei den Händlern. Und das zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Denn vor dem Startschuss für den Wagen hatte Forster die Effizienz der Entwicklungsabteilungen und Fabriken erhöht. Weshalb sich der Astra unter den Kompakten im günstigsten Preissegment einreihen kann, noch unter Fiat Stilo, Mazda 3 und Ford Focus. Der billigste Astra (1,4 Ecotec mit 90 PS) kostet nur 16.400 Euro Listenpreis. Der billigste Golf (Version 1,4 Trendline mit 75 PS) schlägt mit immerhin 17.690 Euro zu Buche.
Glückliche Hand beim Design
Die internationalen Qualitätstests stufen sowohl den Golf als auch den Astra als sehr gut ein. Bei High-Tech-Spielereien liegt der Astra sogar vorn: Opel offeriert gegen Aufpreis ein automatisches Kurvenlicht oder einen Brems- und Anfahrassistenten. Serienmäßig sind Sicherheitspedale, die bei Unfällen die Füße des Lenkers schonen. Punkten kann der Astra auch beim Design. "Es ist dynamisch, ohne zu polarisieren", urteilt Österreich-Chefin Brigitte Kroll-Thaller. Tenor der Fachpresse: frischer als der Golf.
Forster: "Opel ist wieder da"
Demnächst kommt auch das schnittige Cabrio Tigra Twin Top (siehe Kasten), und Forster denkt jetzt sogar über einen Einstieg in die Oberklasse nach. Seine Botschaft: "Opel ist wieder da." Solchen Optimismus kann Forster jetzt auch brauchen. Denn eines hat er mit VW-Chef Bernd Pischetsrieder gemeinsam: Ihnen steht ein persönliches Schicksalsjahr bevor. Der Verbleib beider Manager an der Spitze ihres Konzerns hängt vom Erfolg in der Kompaktklasse ab.
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