Montag, 22. März 2004

Sicherer unterwegs: Frauen sind laut Studie die besseren Lenker!

  • Fahrerinnen haben um 25% weniger Unfälle als männliche Kollegen
  • Grund: Sie sind "sozial verantwortungsgebewusster"

Dass Frauen die besseren Autofahrerinnen sind, bestätigt jetzt wieder eine neue Untersuchung. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit haben junge Frauen um 25% weniger Unfälle als junge Männer. Grund: Weibliche Lenker sind "sozial verantwortungsgebewusster" als männliche Lenker, die laut Untersuchung zur Selbstüberschätzung neigen, aber fahrtechnisch geschickter sind als ihre Gegnerinnen.

Ob Frauen oder Männer die besseren Autofahrer sind lässt sich nur anhand der Unfallstatistik analysieren. Dass sich so mancher Lenker beim Anblick einer "Frau am Steuer" zu Unmutsäußerungen hinreißen lässt, hängt offenbar mehr mit dem höheren Aggressionspotenzial des betreffenden Mannes und weniger mit dem tatsächlichen Fahrkönnen der Lenkerin zusammen.

Untersuchungen des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) weisen in eine Richtung, die Nörglern den Wind aus den Segeln nimmt: Im Rahmen der jüngsten L17-Studie wurde ein interessantes Ergebnis geliefert: "Junge Frauen haben relativ gesehen - gemessen an der Fahrleistung - um 25% weniger Unfälle als junge Männer. Sie werden außerdem seltener verletzt, weil sie weniger schwerwiegende Unfälle haben, sondern häufiger beim Einparken oder Zurückschieben einen Blechschaden verursachen, sagt Studienautor DI Martin Winkelbauer."

Bei Alleinunfällen, Gegenverkehrsunfällen oder Unfällen im Kreuzungsbereich, haben hingegen Männer die Nase vorn. Das ist ein Indiz für Selbstüberschätzung, falsche Einschätzung der Situation und Rasen. Fest steht, Frauen und Männer sind in unterschiedliche Unfälle verwickelt.


KfV-Untersuchungen zum Verhalten am Steuer zeigen, dass sich das "schwache Geschlecht" durch disziplinierteres Verhalten im Verkehr auszeichnet. Vor allem in punkto Anschnallen und Verzicht auf Alkohol hinterm Steuer sind Frauen gewissenhafter. Die Anschnallquote liegt mit 85,5% bei Frauen als Beifahrer sogar um rund 17% über jener der Männer.

Unrühmliche Verfolgungsjagd: Frauen holen auf!
Im Vergleich zu Männern ist ihr Anteil zwar marginal, der Anteil alkoholisierter Lenkerinnen hat sich aber stetig erhöht: Im Jahr 1997 betrug ihr Anteil nur 6,5%, im Jahr 2003 bereits 10%. Auch bei Nachschulungskursen wegen Auffälligkeiten während des Probeführerscheins treten Frauen immer öfter in Erscheinung. Und sogar bei den männlich dominierten Alleinunfällen steigt der Anteil der 18 bis 24-jährigen Lenkerinnen seit 1997 an.

Frauen fahren verantwortungsbewusster, Männer geschickter
Laut Unfallstatistik 2003 waren 73% der im Straßenverkehr Getöteten männlich, nur 27% weiblich. Bei den Verletzten waren 56% Männer und 44% Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann als Lenker bei einem tödlichen Unfall beteiligt ist, ist 1,8 mal höher wie die einer Frau.

KfV-Direktor Thann analysiert: "Frauen sind die sozial verantwortungsbewussteren und vorsichtigeren Fahrer. Männer verursachen die schwereren Unfälle und neigen eher zu Raserei, Ag-gressivität und Selbstüberschätzung - verfügen jedoch über höheres fahrtechnisches Geschick."


Warum verfallen weniger Frauen dem Geschwindigkeitsrausch als Männer? KfV-Verkehrspsychologen erklären sich diese Tatsache durch die unterschiedliche Vorbildwirkung der beiden Geschlechter. Väter geben demnach als Autofahrer nicht immer die beste Vorbildwirkung ab. Das Image der Männer als Autofahrer resultiert auch aus dem männerdominierten Rennsport - und hier steht bekanntlich nicht un-bedingt soziales Verhalten im Vordergrund.

(apa)

22.3.2004 10:59