Mittwoch, 24. März 2004

NEWS: Johannes Mario Simmel bricht mit der SPÖ!

  • Blau-Rot für Schriftsteller untragbar: "Ich finde den Pakt beispiellos"
  • "Wenn wir so anfangen, kommen wir immer tiefer in den Saustall"

Der Schriftsteller Johannes Mario Simmel, Enkel des Mitbegründers der deutschen Sozialdemokraten und noch 2002 Wahlwerber für Alfred Gusenbauer, vollzieht seinen Bruch mit der SPÖ. Das erklärt Simmel in der aktuellen NEWS-Ausgabe. Als Grund nennt Simmel den blau-roten Pakt in Kärnten.

Simmel, dessen Vater unter dem nationalsozialistischen Regime ermordet wurde: "Ich finde den Pakt beispiellos. Ich habe gesehen, wie der Herr Gusenbauer der Frau Thurnher im Fernsehen (in der "Zeit im Bild 2", Anm.) mitgeteilt hat, das Ganze sei vollkommen in Ordnung. Ich habe so etwas Grauenvolles und Charakterloses noch nie gesehen. Es war kaum zu ertragen. Ich bin mit dieser Partei fertig, und ich war ihr immer sehr verbunden. Mein Großvater hat mit August Bebel und Karl Liebknecht die deutsche Sozialdemokratie begründet. Von der habe ich mich schon vor längerer Zeit zu entfernen begonnen, als ich erleben musste, wie man dem verehrten Willy Brandt mitgespielt hat. Was jetzt in Österreich passiert ist, war der letzte Tropfen. Das ist sehr schmerzhaft für mich, denn die SPÖ war lange Jahre die einzige Partei, die man wählen konnte."

"Kommen immer tiefer in den Saustall"
Auch zu den mehrfach in die Debatte geworfenen "politischen Sachzwängen" äußert Simmel in NEWS eine Meinung: "Wenn wir so anfangen, kommen wir immer tiefer in den Saustall. Je älter ich werde, desto größer ist meine Verachtung gegenüber Politikern. Im Grunde sind sie alle impotent und nur an ihrer Machtvermehrung interessiert. Die Farce zwischen Frau Merkel und Herrn Stoiber in Deutschland unterscheidet sich nicht wesentlich von den Vorgängen in Österreich."

80. Geburtstag in Abgeschiedenheit
Simmel, dessen Romane eine Weltauflage von 75 Millionen Exemplaren erreichten und der nach Jahrzehnten der Missachtung vom Feuilleton als bedeutender politischer Aufklärer geschätzt wird, feiert am 7. April seinen achtzigsten Geburtstag. Viele Sender und Zeitungsredaktionen hätten sich zu diesem Anlass bei ihm gemeldet, sagt er in NEWS. Er werde aber keinerlei Interviews geben, sondern die Wochen um den Geburtstag allein an einem unbekannten Ort verbringen. Dort werde er an seinem aktuellen Roman weiterarbeiten: "Eine Liebesgeschichte ohne jede Politik. In meinen Büchern war immer so viel Politik, dass ich das einmal weglassen möchte."

Nur die Verärgerung über das Vorgehen der SPÖ habe ihn dazu bewogen, sein Schweigen zu brechen.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

24.3.2004 12:04