Ruzicka in NEWS über die Gründe seines Abgangs: Unbrauchbare Stechuhrmentalität Schadens
- Wenn Mozart-Marathon finanziell scheitert, auch vorzeitiger Abgang möglich
Salzburgs Festspielintendant Peter Ruzicka, der heute seinen Rückzug aus dem Amt nach dem Sommer 2006 bekannt gab, nimmt in einem Interview für die Donnerstag erscheinende NEWS-Ausgabe ausführlich zu den Gründen Stellung.
Ruzicka, der zuletzt vom Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden wegen angeblicher Abwesenheiten schwer attackiert wurde: Bei keiner meiner Führungsaufgaben sei es in Berlin, Hamburg oder München gab es je Probleme mit der Balance zwischen meinen Tätigkeiten als Künstler und als Manager. Auch der Vertrag in Salzburg war auf eine solche Balance zugeschnitten. Jetzt möchte ich meine Schwerpunkte für die nächsten zehn Jahre setzen, und das ist der Grund für meinen Entschluss. Ich möchte mehr komponieren, wozu ich in der Salzburger Zeit kaum gekommen bin. Eine Oper über Hölderlin wird 2008 in Berlin uraufgeführt.
Ruzicka wird dann zu Schadens Vorgehen deutlich: Die Äußerungen des Bürgermeisters zeugen von einem engen Denken, das mir fremd ist und auch die Geschäftsgrundlagen meiner Salzburger Amtszeit verlässt. Dass das plötzlich so eskaliert, nachdem es seit meiner Designierung 1999 wunderbar geklappt hat, überrascht mich schon. Die Stechuhrmentalität ist in Kunstfragen unbrauchbar. Wenn ich in Zürich und Hamburg Vorträge über die Salzburger Festspiele halte, sitze ich ja auch nicht am Schreibtisch. Dass sich die Änderung der politischen Verhältnisse so massiv auswirkt Herr Schaden spricht ja schon von Rothäuten im Kuratorium erstaunt mich schon. Bisher war ich gewohnt, mit dem Kuratorium auf sachlicher Basis zu verkehren. Ich will auch nicht ausschließen, dass persönliche Gründe beteiligt sind: Der Herr Bürgermeister hat einmal im Kuratorium ein Subventionskürzungsszenario in den Raum gestellt, und ich habe entsprechend geantwortet.
Der viel diskutierte Zyklus aller 22 Mozart-Opern für das Jahr 2006 ist laut Ruzicka weit gediehen. Die einzige Voraussetzung sei eine Sondersubvention von 2,5 Millionen Euro, die sämtliche Subventionsgeber (auch Schaden) zugesichert hätten. Gegenteilige Äußerungen des designierten Finanzlandesrats Raus in NEWS kommentiert Ruzicka so: LH Schausberger hatte einen Zuschuss von einer Million in den Raum gestellt. Ich hoffe doch, dass man sich auf die Amtskontinuität verlassen kann.
Das einzige Szenario, das ihn zu noch früherem Abgang bewegen würde, wäre laut NEWS das Scheitern des Mozart-Zyklus: Der ist ein Essential. Damit stehe und falle ich in meiner künstlerischen Glaubwürdigkeit. Den könnte ich nicht dezimieren lassen. Aber das ist Theorie.
Als Dirigenten des Mozart-Zyklus nennt Ruzicka Nikolaus Harnoncourt (Figaro, Titus), Daniel Harding (Don Giovanni), Riccardo Muti (Zauberflöte) sowie Marc Minkowski, Ivor Bolton und Marcello Viotti.
Die ganze Story lesen Sie ab Donnerstag (25. März) in NEWS.
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