Sonntag, 28. März 2004

Produktpiraterie: Gefälschte Waren gehen in die Millionen

  • Neues Gesetz soll Produktpiraterie eindämmen
  • Europa: 200.000 Arbeitsplätze durch Fälschungen verloren gegangen

2003 sind den österreichischen Zollbehörden 557 Produktpiraterie-Fälle und mehr als 2 Millionen gefälschter Waren ins Netz gegangen. Der Originalwert der Artikel entspricht mehr als 6,5 Mio. Euro. Meist handelt es sich um Textilien gefolgt von Handys, Uhren und Schmuck, Hauptherkunftsländer sind Hongkong, China, die Ukraine und Thailand.

Mit einer Anfang der Woche im Ministerrat abgesegneten Novelle zum Produktpirateriegesetz, das mit 1. Juli 2004 in Kraft tritt und die EU-Prouktpiraterie-Verordnung innerstaatlich umsetzt, soll es es gelingen, schutzrechtsverletzende Waren möglichst früh aus dem Verkehr zu ziehen.

In erster Linie wird es einfacher, beschlagnahmte Produkte zu vernichten. Erhebt der Importeur nicht innerhalb von zehn Tagen gegen die Zollbeschlagnahmung keinen Widerspruch, gilt dies als Zustimmung zur Vernichtung der Pirateriewaren. Bis dato war dafür ein Gerichtsverfahren notwendig.

Laut Studien der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSCE) und der Internationalen Handelskammer beträgt der weltweite Schaden durch Produktpiraterie bereits 250 Bill. Euro pro Jahr - das dreifache Gesamtbudget der EU. Alleine in Europa hätten die illegalen Kopierer 200.000 Arbeitsplätze gekostet. (apa)

28.3.2004 14:01