EStAG-Skandal: Kontrollmängel schon lange Thema im Aufsichtsrat
- Eigentümervertreter Paierl war über Vorgänge bereits informiert
- "Drei Jahre gab es lebhafte Diskussion über Wirtschaftsprüfer"
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Im Aufsichtsrat der steirischen Energieholding EStAG sind bereits genau jene Kontrollmängel besprochen worden, die vom Bundesrechnungshof kritisiert worden waren. Dies lasse sich anhand der Wortprotokolle von Aufsichtsratssitzungen lückenlos dokumentieren, hieß es. Eigentümervertreter und Finanzlandesrat Paierl soll über diese Vorgänge informiert gewesen sein.
"Drei Jahre hindurch gab es eine teils lebhafte Diskussion über die Bestellung der Konzern-Wirtschaftsprüfer, immer kam letztlich derselbe Prüfer zum Zug: der Wirtschaftsprofessor Romuald Bertl, bis 2000 Partner der Beratergruppe Deloitte & Touche (D&T) später bei KPMG", schreibt die "Presse".
Bertl habe insgesamt fünf Jahre hindurch die EStAG geprüft, obwohl er auch Treuhänder war, das Unternehmenskonzept entwarf und den Konzern in Steuer- und Bilanzfragen beriet. Dies war vom Rechnungshof als "unvereinbar" kritisiert worden. Erst 2002 wurde der Wirtschaftsprüfer der EStAG gewechselt.
Der frühere EStAG-Aufsichtsrat und jetzige Präsident der Grazer Messe, Guido Held, habe bereits in der Aufsichtsratssitzung am 28. April 1999 diese Probleme angesprochen: Er weise auf "Umstände" hin, die "mit den Erfordernissen einer strengen Trennung der Funktion eines Abschlussprüfers und eines laufenden Beraters nicht in Einklang zu bringen sind". Dies gelte nicht nur für die Holding, sondern auch für Tochtergesellschaften.
Der damalige Aufsichtsratschef Norbert Ertler habe laut "Presse" ausweichend reagiert: Er wünsche sich zwar eine "gewisse Rochade" der Prüfer, doch sei es ein Problem, dies "organisatorisch drüberzubringen". Ein neuer Prüfer müsse sich erst einarbeiten. Ein Prüfer-Wechsel wurde dann für das nächste Jahr überlegt, im April 2000 sei davon dann keine Rede mehr gewesen.
(apa)
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