Misstrauen im Stadion-Skandal: Wo sind die Alpine-Rechnungen?
- Anklagebehörde hält an Vorwürfen gegen österreichischen Baukonzern Alpine fest
- Haftentlassung von Wildmoser junior nicht in Sicht
·Alpine-Skandal
FORMAT über die Wildmoser-Affäre
·Alpine-Skandal
Firma zahlte 1,6 Mio für einen 'Tipp'!
·Alpine-Skandal
Bayern München will Firma klagen
·Alpine-Skandal
Firma gab indirekt Zahlungen zu
·1860 München
Ära Wildmoser endete mit Radau
Im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen um die Münchener "Allianz-Arena" ermittelt die Staatsanwaltschaft München I auch gegen den Chef des österreichischen Baukonzerns Alpine Mayreder, Dietmar Aluta-Oltyan, sowie gegen den Leuter der Münchener Alpine-Niederlassung, Willi Böck. Das bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld.
Die Darstellungen von Aluta-Oltyan auf einer Pressekonferenz vom vergangenen Donnerstag überzeugten ihn "ziemlich wenig", sagte Schmidt-Sommerfeld. Es spreche viel dafür, dass das Verhalten der Alpine-Verantwortlichen in diesem Fall "nicht so ganz koscher" sei. Dass den Alpine-Bossen Haftbefehle drohen, dementierte der Staatsanwalt.
Der Baukonzern mit Hauptsitz in Salzburg soll dem deutschen Bauträger Stefan Dung nach Angaben der Staatsanwaltschaft München über verschiedene Wege 2,8 Mio. Euro Schmiergelder überwiesen haben. Der größte Teil des Geldes sei an den Sohn des inzwischen zurückgetretenen Präsidenten des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser junior, geflossen. Auch Wildmoser senior steht im Verdacht, von den Zahlungen profitiert zu haben. Dung und Wildmoser junior sitzen seit einer groß angelegten Razzia am 9. März in Untersuchungshaft.
Obwohl Wildmoser junior "Aussagen" gemacht habe, werde er auf seine Entlassung aus der U-Haft wohl "noch ein bisschen warten müssen", sagte Schmidt-Sommerfeld. Stefan Dung, der ebenfalls inhaftiert ist, habe bisher noch keine Angaben zur Sache gemacht.
Die Münchener Staatsanwaltschaft bleibt bei ihrer Darstellung, dass insgesamt eine Summe von 2,8 Mio. Euro von der Alpine an Dung geflossen ist. Der Höhe des Betrages habe Wildmoser bei seiner Vernehmung "nicht widersprochen", betonte Schmidt-Sommerfeld.
Alpine-Geschäftsführer Aluta-Oltyan hatte lediglich eine Zahlung von 1,4 Mio. Euro an Dung eingeräumt. Das Geld sei eine legale "Agreement fee" (Verhandlungsgebühr) gewesen, die Dung für einen "goldenen Tipp" erhalten habe, so der Alpine-Chef. Dung habe auf das Projekt einer Fußballarena aufmerksam gemacht und auch einen wichtigen Hinweis auf ein geeignetes Schweizer Architektenbüro gegeben.
Es sei schwer zu verstehen, dass eine "ganz stattliche Summe" für einen Hinweis auf ein öffentlich ausgeschriebenes Bauvorhaben bezahlt worden sein soll, sagte der Chef der Münchener Staatsanwaltschaft Schmidt-Sommerfeld. Immerhin betreibe die Alpine in Deutschland eine stattliche Anzahl von Bauvorhaben und kenne sich auf den Markt aus.
Schmidt-Sommerfeld forderte das österreichische Bauunternehmen auf, die von Dung gestellten Rechnungen vorzulegen. Bisher habe man nur Hinweise auf eine "etwas dubiose Rechnung", die Dung für seine Mitwirkung an einem Projekt in China gestellt habe. Er frage sich, warum die Alpine diese Rechnungen nicht schon bei der Durchsuchungsaktion am 9. März vorgelegt habe.
Schmidt-Sommerfeld dementierte die Haftbefehl-Drohung gegen die Alpine-Chefs. Die Strafverfolgung sei Sache der Salzburger Kollegen.
(apa, red)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
Facebook10:40
Überfall nach PostingAustralien: 17-Jährige zeigte sich mit viel Geld, daraufhin folgte bewaffnete Attacke
Grand Prix von Monaco08:07
Pool-Party bei Red BullWebber feiert seinen ersten Saison-Sieg. Vettel dementiert Vorvertrag mit Ferrari.

