Trotz Rauswurf: Löw lobt Nachfolger Günter Kronsteiner
- "Kronsteiner hat sich immer professionell verhalten"
- IHRE MEINUNG: Hat die Austria richtig entschieden? PLUS: 20 Trainer ab 1990
·Trainer-Flut
Kronsteiner sagt 125 Trainern ab
·Trainerwechsel
Austria-Erklärung im Wortlaut!
·MITREDEN!
Ist Söndergaard bei Austria richtig?
·Austria-Trainer seit
1990 - schon über 20!
Prohaska, Stessl, Daum, Löw: wer, wann dran war!
·Kronsteiner
Salzburg, Bleiberg, Honduras, Austria
·2:0 in Hartberg
Austria-Sieg bei Kronsteiner-Debüt
·Steckbrief
Die Stationen des Joachim Löw
·BLAMAGE!
Austria verliert in Kärnten 0:2
·Die Umfrage: Wer wird BL-Meister?
Heißt der Meister wieder Austria oder packt's GAK
Mit Fassung trägt Jogi Löw seine Beurlaubung als Austria-Trainer. Der 44-Jährige hätte seinen Vertrag bis 2005 gerne erfüllt, doch ein Abtreten der Letztverantwortlichkeit kam für den Schwaben nicht in Frage. "Meine Auffassung war immer, dass derjenige, der das Sagen hat, auch die alleinige Entscheidungsgewalt hat. Von dieser Vorstellung rücke ich in keinster Weise ab."
Das Angebot von Mäzen Frank Stronach, trotz geänderter Kompetenzverteilung bei der Austria zu bleiben, schlug Löw daher aus.
Neuer starker Mann ist nun Günter Kronsteiner, der nach englischem Vorbild als Sportmanager agiert, aber noch auf der Suche nach einem Betreuer für die tägliche Trainingsarbeit ist.
Lob für Kronsteiner
Schon in der Vergangenheit hatte Stronach die verstärkte Einbindung von Kronsteiner gefordert, war damit aber bei Löw immer abgeblitzt, bis der Klubchef am Mittwoch Nägel mit Köpfen machte. Trotz der Beförderung Kronsteiners auf seine Kosten äußert sich Löw positiv über seinen Nachfolger. "Er hat sich nie in den sportlichen Bereich eingemischt und sich immer professionell verhalten."
Auch der Deutsche selbst will sich keine allzu großen Vorwürfe machen. "Jeder Mensch macht Fehler, aber ich stehe zu meinen Entscheidungen. Ich habe immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt." Den Grund für sein Scheitern sieht der frühere Stuttgart-Coach in den schwachen Leistungen in der Offensive. "Wir haben einfach nicht genug Torchancen herausgespielt. Dafür war die Organisation in der Defensive die beste der Liga."
Überzogene Erwartungen
Eine gute Abwehr allein war Stronach freilich zu wenig. Der Geldgeber will attraktive Spiele und einen höheren Vorsprung als nur vier Treffer im Torverhältnis sehen. "Ich habe aber immer gesagt, dass es ein harter Kampf um die Meisterschaft wird. In keiner Liga der Welt marschiert eine Mannschaft einfach spielerisch durch. Die Austria muss gegen jedes Bundesliga-Team hart kämpfen, um zu bestehen. Wer etwas anderes behauptet, liegt falsch."
Generell seien die Erwartungen bei der Austria überzogen. "Im Umfeld wird immer nur von der Champions League geredet, man muss sich aber fragen, ob diese Einschätzung stimmt. Wenn man Champions-League-Spiele anschaut, sieht man, dass es Unterschiede gibt. Natürlich muss die Teilnahme in der Eliteliga das Ziel sein, aber dorthin kommt man nur schrittweise", sprach Löw über den ständigen Druck bei der Austria. "Aber alle, die hier unter Vertrag sind, müssen mit dem Druck umgehen."
Löw übersiedelt wieder nach Deutschland
Nach seiner Beurlaubung bleibt der frühere Tirol-Meistermacher noch in Wien, um organisatorische Angelegenheiten zu regeln, ehe er in einigen Tagen nach Deutschland übersiedelt.
Wann man Löw wieder auf der Trainerbank sehen wird, steht noch in den Sternen. Präferenzen für eine bestimmte europäische Liga hat er nicht, eine Rückkehr nach Österreich schließt der Deutsche nicht aus. "Eine Tür geht zu, eine andere auf."
