Mittwoch, 24. März 2004

Präsidenten-Konferenz: Schlechte Karten für das "Tiger Team"-Konzept

  • Stronach-Idee auf dem Abstellgleis
  • Kommt die U21-Meisterschaft wieder?

Am Donnerstag kommen die Präsidenten der Bundesliga wieder zur Konferenz in Oberwaltersdorf zusammen. Zentrales Thema dabei: Das "Tiger Team" von Frank Stronach. Die Idee des Big Spender stößt auf wenig Gegenliebe.

Bei der Präsidenten-Konferenz der österreichischen Fußball-Bundesliga am Donnerstag in Oberwaltersdorf ist der "Tiger Team"-Vorschlag von Frank Stronach einer der zentralen Punkte.

Die vom Austro-Kanadier angeregte Idee, junge Talente der Vereine zu einem Team zusammenzufassen und auswärts je zwei Mal in einer Saison gegen die zehn Oberhaus-Klubs spielen zu lassen, war aber bisher auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Bei der Februar-Konferenz hatte Stronach jedoch sogar eine Abstimmung angeregt und hätte auch seine Zukunft als Bundesliga-Präsident von deren Ausgang abhängig gemacht, dies war allerdings von Rapid-Präsident Rudolf Edlinger und Mattersburg-Obmann Martin Pucher verhindert worden.

Kommt U21-Meisterschaft wieder?
Nun wurden im Vorfeld der kommenden Sitzung Maßnahmen zur Förderung junger österreichischer Spieler diskutiert, eine Wiedereinführung einer U21-Meisterschaft steht dabei ebenso zur Diskussion wie eine freiwillige Ausländerreduzierung. Im "Tiger-Team" hatten viele Vereinsvertreter ein "künstliches Gebilde" gesehen, dessen Umsetzung nicht durchführbar sei.

Rapid-Präsident Edlinger dazu: "Von Rapid und vielen anderen gibt es dazu ein klares Nein."

Auch JUNO-Idee wenig beliebt
Stronach, der bereits ein Jahr zuvor mit dem Projekt "JUNO" (Jung-Nationalteam Österreich) eine ähnliche Anregung zur Sprache gebracht hatte, wollte die besten 17- bis 21-jährigen österreichischen Spieler in Hollabrunn zusammenziehen.

Diese Talente, die in ihren Klubs noch keinen Stammplatz gefunden haben, sollten von den Vereinen für eine Saison auf freiwilliger Basis leihweise zur Verfügung gestellt werden und unter der Führung von Teamchef Hans Krankl und seinem Betreuerstab stehen.

In den Klubs herrschen jedoch jene Stimmen vor, die dies für nicht durchführbar halten. "Warum sollen meine Ersatzspieler in Hollabrunn trainieren, wenn ich sie bei mir brauche?", meinte etwa GAK-Coach Walter Schachner.

"Mehr geholfen wäre dem österreichischen Fußball, wenn vier, fünf oder sechs Österreicher bei jedem Bundesligisten in der Startformation stehen", sagte Rapid-Trainer Josef Hickersberger und Sturm-Betreuer Michael Petrovic hatte "ein bisschen Angst, dass die Spieler, die dort zum Einsatz kommen, glauben, sie seien schon fertige Spieler, nur weil sie in dieser Auswahl kicken."

Meisterschaft künftig nach Kalender-Jahr?
Deshalb wird nun nicht mehr mit einer Umsetzung des "Tiger Teams" gerechnet, bei einem Treffen der Bundesliga-Sportdirektoren wurde am Montag dafür ein anderes Thema aufgeworfen: Da es auf Grund der Witterungsverhältnisse wiederholt zu Problemen zu Beginn der Frühjahrs-Saison kommt, gibt es Überlegungen eine Meisterschaft nach dem Kalenderjahr einzuführen.

Für viele ist es unverständlich, dass die Liga von Mai bis Juli auf attraktive Spieltage bei besten Bedingungen unter der Woche verzichtet. Auch in dieses Horn stößt Edlinger: "Als Konsument kann ich nur sagen: Warum soll man im Stadion bei fünf Grad unter Null frieren wie ein Schneider und in der besten Zeit gibt es kein Match?"
(apa/red)

24.3.2004 14:45